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Ausgang Podcast (Die bunte Stunde - queere Themen)
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Toni (mit dem Hut) & Sebastian - Köln - "Die Bunte Stunde" bringt euch regelmäßig queere Themen und alles rund um LGBTQ+. "Die Geprächsvollzieher" erzählen Geschichten aus allen Lebenslagen, immer mit interessanten Gästen. Themenvorschläge? streampost@ausgangpodcast.de -Insta: @ausgangpodcast - web: www.ausgangpodcast.de
Toni (mit dem Hut) & Sebastian - Köln - "Die Bunte Stunde" bringt euch regelmäßig queere Themen und alles rund um LGBTQ+. "Die Geprächsvollzieher" erzählen Geschichten aus allen Lebenslagen, immer mit interessanten Gästen. Themenvorschläge? streampost@ausgangpodcast.de -Insta: @ausgangpodcast - web: www.ausgangpodcast.de
Uchenna Jonas - Diversity Marketing Coach: Wie hast du deine Internet-Sucht überwunden?
Was macht Uchenna Jonas als Diversity Marketing Coach? © Marc Maria
Digitale Freiheit bei Ausgang Podcast: Uchenna Jonas spricht mit uns über Online-Sucht, Authentizität und Selbstfindung
In dieser Folge sprechen wir mit Diverstiy Marketing Coach Uchenna Jonas über digitale Freiheit. Er kam mit etwa 13 Jahren mit dem Internet in Berührung und ist damit aufgewachsen. Mit der Zeit hat er unter anderem durch Videospiele eine Internetsucht entwickelt die er überwinden konnte. Heute unterstützt er Menschen mit ähnlichen Erfahrungen dabei, das Internet bewusst zu nutzen und sich selbst Grenzen zu setzen.
Uchenna wurde 1997 in Berlin geboren und ist mit sozialen Medien wie Instagram und Facebook aufgewachsen. Mit der Zeit hat er jedoch festgestellt, dass es ihm an Medienkompetenz und Aufklärung mangelte. Er verlor sich mehr und mehr in die bunte Welt von Instagram und Co. „Ich habe mich selbst zu einem Produkt gemacht, anstatt zu gucken, wer ich eigentlich bin“, sagt er. Diese Erfahrung prägte seinen weiteren Weg. Heute hilft er meist Selbstständigen, Social Media bewusst zu nutzen und sich in ihrer Webnutzung frei zu fühlen.
Uchenna Jonas erklärt „digitale Freiheit“ aus seiner Sicht
In der heutigen digitalen Welt ist der Begriff „digitale Freiheit“ allgegenwärtig. Doch was bedeutet er wirklich? In unserem Interview spricht Uchenna Jonas über seine persönliche Reise. Das Internet wirke auf ihn wie ein Sog und sein Nutzungsverhalten nahm ungesunde Züge an. Das ging von stundenlangen Online-Spielen bis zu dem Punkt, dass er jeden Post auf Instagram infrage stellte. Jeder Frame musste sitzen, jeder vermeintliche Makel führte zu weiterer Unsicherheit. In unserem Gespräch betont Uchenna, dass es ihm nicht ausschließlich um die Nutzung von Social Media geht. Noch wichtiger ist die Selbstwahrnehmung und Authentizität im gesamten digitalen Raum.
Ausgang Podcast Hörtipp:
Wie Simon Lösch und Waldemar Rusch mit ihren Startup Sparkful mehr Diversität in Unternehmen bringen wollen.
Authentizität vs. Ablenkung: Uchenna Jonas über das Nutzungsverhalten im Internet
Ein zentraler Aspekt digitaler Freiheit ist die Balance zwischen Authentizität und Ablenkung. Uchenna betont, dass viele Menschen sich online verstellen, um Anerkennung zu bekommen. Die ständige Suche danach führt allerdings schnell zu eigener Unsicherheit. „Alles, was die Menschen lieben, ist ja nichts, was du wirklich bist“, erklärt er. Statt sich von Likes und Kommentaren leiten zu lassen, sollte man Social Media nutzen, um die eigene Persönlichkeit auszudrücken.
Als Coach rät er auch dazu, sich nicht von ständigen Benachrichtigungen und der Informationsflut ablenken zu lassen. Stattdessen ist es wichtig, im eigenen Interesse die Kontrolle über die Plattformen zu übernehmen und sie bewusst zu nutzen. Uchenna geht es darum, von innen nach außen und bewusst zu kommunizieren, statt sich von äußeren Erwartungen diktieren zu lassen. Dazu gehören beispielsweise auch Maßnahmen wie Push-Meldungen auszuschalten und mit einem Timer die eigene Nutzungszeit zu reduzieren.
Uchenna Jonas: Alte Muster verlassen – Der Weg zur digitalen Freiheit
Aber wie ist Uchenna Jonas der Online-Sucht entkommen? Er weiß wie schwer es ist, sich von alten Mustern zu lösen. Als Jugendlicher verfiel er der Faszination von Instagram und Onlinespielen, was zu Schlafstörungen, Essproblemen und sozialer Isolation führte. Er verbrachte bis zu 16 Stunden täglich online und vernachlässigte seine körperlichen und emotionalen Bedürfnisse. Denn etwas zu Essen oder Duschen zu gehen hätte die Zeit für das Zocken im Netz verringert.
Erst als er irgendwann weinend am Computer saß, hat er realisiert, dass er einen Schlussstrich ziehen muss. Digitale Freiheit ist ein Prozess, der Zeit und Selbstreflexion erfordert. Uchenna Jonas empfiehlt, sich regelmäßig Pausen zu gönnen und sich auf die eigenen Bedürfnisse zu konzentrieren.
Uchenna hat sein Studium an einer Privat-Uni geholfen, von der Online-Sucht wegzukommen. Hier musste er nicht nur das Lernen in seinen Alltag integrieren, sondern auch arbeiten um sich das Studium zu finanzieren. Das eine bedingte immer das andere und so blieb kaum noch Zeit, sich viel auf sozialen Medien aufzuhalten.
Falls ihr wissen möchtet was Uchenna als Diversity Marketing Coach genau macht, dann hört jetzt unser ganzes Interview. Wir sprechen außerdem über seine Sicht auf seine Heimatstadt Berlin und wie er mit seiner eigenen Queerness als schwarzer schwuler Mann umgeht.
Infos zum Coaching-Angebot und mehr über Uchenna Jonas:
Webseite: https://uchennajonas.com/
Instagram: https://www.instagram.com/uhennajonas/
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/uchennajonas/
Statt einer Hörempfehlung hat uns Uchenna im Interview eine Buchempfehlung ausgesprochen: „Jetzt! – Die Kraft der Gegenwart“ von Eckhart Tolle
Falls ihr Lust auf mehr Interviews bei Ausgang Podcast habt, dann schaut jetzt in unseren großen Folgenkatalog von mehr als 200 Interviews. Alle Möglichkeiten uns auch mobil zu hören und uns zu folgen findet ihr im Ausgang Podcast Linktree.
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01:05:03
Lukas Moll - Queerer Künstler aus Köln
Der queere Künstler Lukas Moll aus Köln © Sylvette Loda
Lukas Moll aus Köln macht queere Kunst
Im Interview mit Ausgang Podcast erzählt Künstler Lukas Moll warum er seine Kunst explizit als queer bezeichnet.
„Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele“ – dieses Zitat von Pablo Picasso leitet unser Gespräch mit Lukas ein und liefert zugleich eine treffende Beschreibung für sein künstlerisches Schaffen. Er ist nicht nur queerer Künstler, sondern zugleich Gründer des Queer Art Hub und neuerdings auch Host seines eigenen Podcasts namens Queer Art Talk. In dieser Episode spricht Lukas über seinen Weg in die Kunst, weshalb er keine Auftragsarbeiten anfertigt und wie er mithilfe von Social Media seine künstlerische Identität unterstreicht.
Was dich im Interview mit Künstler Lukas Moll erwartet:
Entstehungsprozess seiner Kunst
Sichtbarkeit und Storytelling: Warum seine Bilder mehr sind als nur Dekoration
Queer Art Hub: Wie er anderen queeren Künstler*innen eine kostenlose Plattform bietet
Queer Art Talk: Sein neuer Podcast rund um queere Themen in der Kunst
Von Aachen nach Köln: warum der Standortwechsel?
Lukas stammt ursprünglich aus Aachen. Doch irgendwann brauchte er Veränderung:
„Ich bin sehr gut in der Kunstszene in Aachen vernetzt. Aber wenn man am Anfang seiner Karriere steht und schon so gut vernetzt ist, wird es Zeit, das Nest zu verlassen.“
Dass sein Partner bereits in Köln lebte, machte die Entscheidung für den Umzug leichter. Zudem gab es eine bezahlbare Wohnung. Diese sind in Köln und auch in anderen Großstädten mittlerweile Mangelware. Die Hürde für den Umzug wurde auch durch ein Jobangebot im Marketing verkleinert und die Miete war gesichert
Lukas Moll ist queer und Künstler: Was bedeutet das konkret?
Lukas bezeichnet sich als queeren Künstler – als schwuler Cis*-Mann geht es ihm in seinen Werken jedoch nicht nur um das Thema „Homosexualität“. Vielmehr möchte er Erfahrungen von Ausgrenzung sichtbar machen, die alle teilen können, die nicht der „Norm“ entsprechen:
„Es ist nicht wichtig, dass ich schwul bin, sondern dass ich bestimmte Erfahrungen mache, weil ich queer bin. Das können auch Menschen nachvollziehen, die z. B. trans sind oder einer anderen Community angehören.“
Dieses breite Verständnis von „queer“ spiegelt sich in seinen melancholischen Porträts wider. Die Vorlagen für seine Porträts sind oft echt Fotos mittlerweile aber auch Bilder von einer KI (künstlichen Intelligenz) erstellt worden sind. So kann Lukas schnell auf neue Vorlagen zurückgreifen und muss auch nicht auf das Persönlichkeitsrecht Rücksicht nehmen. In seinen Werken geht es weniger um den porträtierten Menschen als um das Gefühl der Einsamkeit und Sehnsucht, das er auf die Leinwand bringt.
*(Cis ist das Gegenteil von trans*, die Person identifiziert sich mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht und lebt auch damit.)
Der kreative Prozess: Lukas Moll malt geplant statt spontan
Ein romantisches Klischee besagt, Kunst entstehe im Flow und „wenn die Muse küsst“. Lukas räumt damit auf: Er plant Reihen (Serien von Werken), sammelt Motive, konzipiert die Atmosphäre – erst wenn die Inspiration für eine gesamte Reihe steht, setzt er das Geplante in kurzer, konzentrierter Malzeit um. Besonders auffällig ist seine „Wischtechnik“:
„Ich gehe am Ende mit einer Tapezierbürste über die noch nasse Ölfarbe, um Bewegungsunschärfe zu erzeugen. Das kann ich nicht ganz kontrollieren und finde genau diesen Zufall spannend.“
Mit dieser Technik kam schon häufiger der Vergleich mit dem renommierten Künstler Gerhard Richter, der dieses Vorgehen seit Jahrzehnten auch in seinen Werken nutzt. Anfangs schüchterte Lukas das noch ein, doch in seinen aktuelleren Arbeiten hat er die Wischtechnik wieder aufgegriffen. Vergleiche mit Gerhard Richter sind ihm mittlerweile egal – Kunst lebt von Ideen, die öfter parallel entstehen können.
„Könntest du mir auch mal ein Bild malen?“: Warum Lukas keine Auftragsarbeiten annimmt
Ein weiteres Thema in unserem Interview: Auftragsarbeiten. Menschen mit bestimmten künstlerischen Fähigkeiten bekommen häufig die Anfrage, ob die Kunstschaffenden ihnen denn auch mal ein Bild malen könnten. Für viele Künstler:innen, mehr aber für die Anfragenden, klingt das attraktiv, doch Lukas empfindet Auftragsmalerei als zu einengend. Er möchte weder bestimmte Porträts perfektionieren noch Kundenwünsche erfüllen, die ihm wenig oder gar keine künstlerische Freiheit lassen und somit auch keine Freude beim Arbeiten machen:
„Ich bin kein Dienstleister, der einfach abliefern soll. Meine Kunst lebt davon, dass sie aus mir herauskommt.“
Seine Position ist klar: Seine künstlerische Identität soll im Mittelpunkt bleiben – nicht das Foto einer Person, die er nie getroffen hat. Zudem hat Lukas am eigenen Leib erfahren, dass die fertigen Auftragswerke am Ende oft doch nicht ganz der Vorstellung des Auftraggebers entsprechen.
Queer Art Hub: mehr Sichtbarkeit für queere Künstler*innen
2024 gründete Lukas Moll den Queer Art Hub, (zunächst) eine Online-Plattform für Kunstschaffende, die sich selbst als queer definieren. Das Ziel: Sichtbarkeit und Austausch.
„Manchmal denken Künstler*innen, sie müssten unbedingt queere Themen malen, um ‚queer‘ zu sein. Aber mir geht es darum, wer da malt, nicht was. Die Perspektive einer queeren Person ist entscheidend, nicht zwingend das Motiv.“
Binnen kurzer Zeit fand bereits eine erste Ausstellung in Köln statt, die in nur zwei Wochen organisiert und sehr erfolgreich wurde: 25 Bilder wurden verkauft. Das Feedback war überwältigend und zeigte, wie groß das Interesse an queerer Kunst und der Vernetzung untereinander ist.
Queer Art Talk – Der Podcast von Lukas Moll © Lukas Moll/ Sylvette Loda
Lukas Moll goes Podcast: „Queer Art Talk“
Um queere Positionen in der Kunstwelt noch stärker zu beleuchten, startete Lukas vor Kurzem seinen Podcast „Queer Art Talk“. Er interviewt dort nicht nur Maler:innen, sondern ebenso Designer:innen, Galerist:innen oder Kunstsammler:innen. Das alles mit dem Fokus auf LGBTQIA+ Themen und Sichtbarkeit queerer Kunstschaffender:
„Ich will nicht, dass es immer nur um mich geht. Ich möchte, dass auch andere queere Akteur*innen von dem Podcast profitieren können.“
Auf Spotify und YouTube gibt es bereits die ersten Folgen – darunter Gespräche mit Künstler*innen aus dem Queer Art Hub, einem Designer sowie bald einem Kunstsammler. Weitere Gäste sollen folgen.
Lukas Moll zeigt, wie professionelle Kunst heute aussehen kann: gut geplant, unternehmerisch gedacht und dabei stets queer im umfassenden Sinne. Ausgrenzungserfahrungen, Identität und Gemeinschaft stehen im Vordergrund seiner Kunst – doch sein Ziel ist es, Vielfalt sichtbar zu machen, egal welches Motiv letztlich auf der Leinwand landet. Wenn ihr mehr über seine Reise erfahren möchtet, solltet ihr jetzt die vollständige Podcast-Folge hören und euch von Lukas’ Engagement für die queere Kunstszene inspirieren lassen.
Ausgang Podcast Hörtipps: Unsere Interviews jetzt gleich weiterhören
Bereits 2017 haben wir mit dem Fotograf und Künstler Danny Frede über seine seriellen Rechtecke gesprochen. Er ist ebenfalls Member beim Queer Art Hub.
Musikalisch und ebenso kunstvoll schreibt Musiker und Liedermacher Dan O’clock seine Texte und produziert deutschsprachige Musik die zum Nachdenken anregt und das Herz berührt.
Ausblick auf 2025: Solo-Ausstellungen und Kunstmesse
Das Jahr 2025 ist für Lukas Moll schon jetzt weitgehend verplant. Große Stationen sind unter anderem:
Discovery Art Fair Köln (April 2025)
Ausstellung im Schloss Zweibrücken (September 2025) – dort wird er mit dem Kypho-Kunstpreis des Künstlerforums Zweibrücken ausgezeichnet
Solo-Ausstellung in einer Kölner Galerie (Herbst 2025)
Podcast, Ausstellungen, Newsletter: Lukas Moll folgen und keine Neuigkeiten mehr verpassen
Website: lukasmoll.de
Queer Art Hub: queer-art-hub.de
Instagram: @lukasmoll.art und @queerart.hub
TikTok: @lukasmoll.art
Podcast „Queer Art Talk“ auf Spotify, YouTube, Apple Podcasts und Amazon Music hören
Wenn euch diese Folge gefallen hat und ihr von Ausgang Podcast nicht genug bekommt, dann erzählt auch euren Freund:innen davon. Unterwegs könnt ihr uns ganz einfach überall hören, wo es Podcasts gibt. Alle Infos wie ihr uns erreicht findet ihr auch im Ausgang Podcast Linktree.
SebastianMedieninteressierter Kölner mit einem Hang zum allen neueren, technischen Möglichkeiten mit einer großen Vorliebe zum Fortbewegen mit Bus, Straßenbahn und Bahn. Dies ist sein privater Blog, in dem er sich genau im Schwerpunkt mit diesen großen Themenbereichen beschäftigt.
blog.medienman.deDer Beitrag Lukas Moll – Queerer Künstler aus Köln erschien zuerst auf Ausgang Podcast.
01:24:30
DBS#48 - Andreas Suchanek: Autor von "Pride began on Christopher Street"
ausgangDer Beitrag DBS#48 – Andreas Suchanek: Autor von Pride began on Christopher Street erschien zuerst auf Ausgang Podcast.
01:31:02
DBS#47 - Christian Handel - Autor: "Pride began on Christopher Street"
Autor Christian Handel mit einem seiner Werke © Christian Handel
Autor Christian Handel verlässt die Phantastik – aber nur kurzzeitig
Fantasy hat es Christian Handel schon in der Jugend angetan, mit „Pride began on Christopher Street“ wagt er (queeren) historischen Stoff
Aber sein neustes Buch hat er nicht alleine geschrieben. Autorenkollege Andreas Suchanek hat sich mit ihm zusammengetan. Die beiden legen mit dem Buch „Pride began on Christopher Street“ (VÖ Mai 2024) einen historischen Roman für Erwachsene vor. Es geht um eine schwule Liebesgeschichte, die in die Ereignisse der sogenannten Stonewall Riots eingebettet ist.
Christian Handel und Andreas Suchanek sind in ihren Genres keine unbekannten Namen mehr. Beide schreiben im Genre Fantasy, Romantasy und Andreas auch in den Bereichen Sci-Fi und Krimi. Bisher sind es überwiegend (queere) Kinder- und Jugendbücher. Nun wurde es für die beiden Autoren Zeit, etwas Neues zu wagen und den Zeh mal in ein neues Gewässer zu halten.
Stonewall: Woher kommt der Christopher Street Day?
Grundlage für die Geschichte ist ein queeres historisches Ereignis: Die Stonewall Unruhen (Stonewall Riots) fanden in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni 1969 auf der New Yorker Christopher Street statt. Die Bar Stonewall Inn war Zufluchtsort für queere Personen und sogenannter Safe Space für BiPoC, trans Personen, Schwule, Lesben und alle Menschen, die sich heute als nicht-binär definieren. Vor dem Ereignis wurden vor allem schwule Männer regelrecht von der Polizei in New York gejagt.
Die Ordnungshüter führten auch im Stonewall Inn mehr und mehr Razzien durch, die das Fass schließlich zum überlaufen bringen sollten. Die queeren Personen begannen aufzubegehren und wehrten sich gegen die Schikanen der Polizei. Das Ereignis begründet den heutigen Christopher Street Day, der jährlich im Sommer und weltweit im liberalen Städten stattfindet. Eine bekannte historische Persönlichkeit dieser Zeit ist die trans Frau Marsha P. Johnson, die nach den Unruhen auf ungeklärte Weise ums Leben kam. Ihr Leben und auch die Stonewall Riots werden in der Doku „The Death and Life of Marsha P. Johnson“ thematisiert. Auch eine kleine Doku der New York Times über Stonewall ist sehr sehenswert.
Im Buch von Christian Handel und Andreas Suchanek stecken viele Monate Recherche-Arbeit. Nicht nur das Ereignis der Unruhen musste historisch korrekt wiedergegeben werden. Auch andere geschichtliche Ereignisse, wie der erste Flug zum Mond der Apollo 8 im Dezember 1968, fließen in die Geschichte ein. Alles andere ist eine fiktive schwule Liebesgeschichte. Diese dreht sich um den jungen Finn, der zu dieser Zeit bereits offen schwul lebt.
Er gerät während einer Razzia an den Polizisten Jake Plummer, der aus einem streng konservativen Elternhaus kommt. Jake ist ebenfalls schwul, versteckt sein Begehren allerdings und lebt, wie es sich zu dieser Zeit gehört, mit einer Frau zusammen. Jakes Familie erwartet einen Stammhalter von ihm und besonders sein Vater setzt auf strengen Gehorsam. Es kommt wie es kommen muss und Jake und Finn nähern sich an. Doch wie sich die Geschichte entwickelt, sollen alle Interessierten im Buch „Pride began on Christopher Street“ selbst lesen.
Ein Buch gemeinsam schreiben? Christian Handel und Andreas Suchanek wissen wie es geht
Uns hat vor allem interessiert, wie man eigentlich gemeinsam ein Buch schreibt. Vorteil der Zusammenarbeit von Christian Handel und Andreas Suchanek ist, dass dieser Roman nicht ihr erstes gemeinsames Werk ist. Bereits mit „Spiegelstadt“ gaben die beiden ihr Debut als Co-Autoren (Teil 2 erscheint im Juni 2024). Die Phantastik bereitet ihnen großen Freude, doch als offen schwule Männer fanden sie schnell gefallen daran, einen historischen Stoff zu verarbeiten. Während Christian eher handschriftlich unterwegs ist, schreibt Andreas viel digital. Die beiden tauschen sich während des Schreiprozesses regelmäßig aus und erarbeiten einen engen Plot. Um diesen wird wiederum die Geschichte ausformuliert und vielen Korrekturschleifen entsteht langsam das gemeinsame Buch.
Stellt sich nur die Frage: „Merkt man eigentlich, wenn zwei Autoren an einem Buch schreiben?“ Christian sagt „jaein“. Im Interview erzählt er uns, dass höchstens enge Freund:innen erkennen, welchen Teil der Geschichte er geschrieben hat. Allerdings waren einige dieser Szenen dann doch aus Andreas‘ Feder.
Wir haben im Interview über Christians Faszination an der großen Welt der Phantastik gesprochen. Vor allem wollten wir wissen, was ihn so sehr daran reizt. Zudem hat uns interessiert, warum er mit dem neuen Buch das Fantasy-Genre verlassen hat und wie „Pride began on Christopher Street“ entstanden ist. Wenn euch das interessiert, hört jetzt das ganze Interview.
Christian Handel Bücher: Reihenfolge für eurer Lesevergnügen:
2017, Rosen und Knochen – Die Hexenwald-Chroniken – Drachenmond Verlag
2019, Becoming Elektra – Sie bestimmen, wer du bist – Ueberreuter Verlag (auch als Hörbuch)
2020, Palast aus Gold und Tränen – Die Hexenwald-Chroniken – Drachenmond Verlag
2020, Rowan und Ash – Ein Labyrinth aus Schatten und Magie – Ueberreuter Verlag (auch als Hörbuch)
2021, I am Elektra – Dein Leben ist mein – Ueberreuter Verlag (auch als Hörbuch)
2022, Das verborgene Zimmer von Thornhill Hall – Ueberreuter Verlag
2022, Schattengold – Ach wie gut, dass niemand weiß – Piper Verlag
2023, Spiegelstadt – Tränen aus Gold und Silber, gemeinsam mit Andreas Suchanek, Knaur Verlag
2024, Spiegelstadt 2 – Gefangen in Purpur und Schatten, Knaur Verlag
2024, Die Nacht der Königinnen – Ueberreuter
2024, Pride began on Christopherstreet, Piper
to be continued…
Mehr über Stonewall: Die Bücher aus unserem Interview in englischer Sprache
The Stonewall Reader – Essaysammlung von der New York Public Library (2019)
Stonewall: Breaking out in the fight for gay rights – Ann Baussum (2015)
The Stonewall Riots: Coming out in the streets – Gayle E. Pitman (20199
Stonewall: The Riots that sparked the Gay Revolution – David Carter (2004)
Stonewall – The definitve Story of the LGBTQ Rights Uprising That Changed America – Martin Duberman (2019)
Ihr möchtet noch mehr Interviews von Ausgang Podcast hören?
Passend zum Thema Literatur empfehlen wir euch die folgenden beiden Folgen: Mit Autorin Maria Keim, haben wir über ihr erstes Buch „Was Schildkröten im Schilde führen“ gesprochen. Besonders ist, dass Maria die Veröffentlichung bei einem Schreibwettbewerb des Piper Verlags gewonnen hat.
Ein tolles Buch mit queerer Geschichte hat Hansjörg Nessensohn geschrieben. Im Interview hat uns der Kölner Autor von der Entstehung seines Buches „Mut.Machen.Liebe“ erzählt und warum es ihm wichtig war, die Geschichte in das Köln der 1950er Jahre zu legen. Alle weiteren Interviews von Ausgang Podcast hört ihr bei allen bekannten Streamingdiensten und überall wo ihr Podcasts findet.
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01:23:51
HDW#32 - Künstliche Intelligenz im Alltag der Beckhams - Ausgang Podcast: Das Highlight der Woche
Das Highlight der Woche: Schon wieder Fußball und KI, die den Alltag erleichtert
Toni schwärmt schon wieder von Fußball und Sebastian nutzt KI, um sich den Alltag zu erleichtern. Was ist da los?
Das Highlight der Woche ist nach 5 Jahren Pause wieder zurück. Toni als Cineast hat eine Doku über Sport für sich entdeckt. Sebastian experimentiert schon länger mit Künstlicher Intelligenz und teilt im HDW seine Erfahrungen.
Die unerwartete Fußball-Liebe: „Beckham“ auf Netflix
In dieser Folge fällt Toni schon wieder mit einer plötzlichen Affinität zu Fußball auf. Diejenigen die uns näher kennen wissen, dass er eigentlich nichts für Fußball übrig hat. Nun ist wieder alles anders, denn dieses Mal dreht es sich um die Netflix-Dokumentation über David Beckham mit dem Namen „Beckham“, die im Oktober 2023 erschienen ist.
Überraschenderweise stammt die Doku von Beckhams eigener Produktionsfirma, Studio 99. Das hat ihm die nötige Kontrolle über den Inhalt und die Veröffentlichung verschafft. Wahrscheinlich wäre es einer Fremdproduktion nicht unbedingt gelungen eine Dokumentation über den Ex-Fußballer zu produzieren. Die vierteilige Serie gibt einen tiefen Einblick in Beckhams Karriere und persönliches Leben. Der Fokus liegt auf seiner Zeit bei Manchester United. Toni hat besonders beeindruckt, dass David Beckham trotz der Turbulenzen in seiner Karriere ein bodenständig geblieben ist.
Das Highlight der Woche: Ein tiefer Einblick in Beckhams Leben
Der berüchtigte Vorfall während der Fußball-WM 1998 gegen Argentinien ist ein Beispiel dafür. Denn hier wurde David Beckham mit der roten Karte des Spielfeldes verwiesen. Auch wenn er es nicht wörtlich sagt, sieht man ihm an, dass er den Vorfall emotional nicht überwunden hat. Natürlich kommt auch die Liebesbeziehung mit seiner Frau Victoria Beckham nicht zu kurz. Die beiden lernten sich kennen, als Victoria gerade mit den Spice Girls auf dem Gipfel des Erfolges stand. Auch Victoria gibt Einblicke auf ihre Sicht der Dinge und erzählt, wie sie die Zeit erlebt hat, als „Becks“ im Zenit seines Erfolges weltbekannt wurde. Die persönliche und emotionale Tiefe auch die gemeinsame Chemie der Beckhams machen die Doku auch für Nicht-Fußballfans empfehlenswert.
Erstaunlich ist, wie die Serie den Fußball in den Hintergrund rückt. Stattdessen stehen die persönlichen und beruflichen Herausforderungen Beckhams im Vordergrund. Die Art und Weise, wie er und seine Frau Victoria Beckham mit öffentlichen und privaten Herausforderungen umgegangen sind, gibt inspirierende Einblicke in das Leben des weltberühmten Sportlers und der Pop-Ikone.
Sebastian entdeckt KI für praktische Anwendungen
Neben Tonis Fußball-Highlight beleuchtet Sebastian eine ganz andere Facette moderner Technologie: Als selbsternannter Technik-Nerd probiert er nämlich jede Menge Gadgets, hilfreiche Tools und Software aus. Wer hat die meisten Apps auf dem Smartphone? Sebi hebt im Hintergrund leise die Hand. KI ist mittlerweile schon beinah Mainstream und wahrscheinlich ist das Thema jetzt auch bei den letzten angekommen. Für Sebi gehört Künstliche Intelligenz mittlerweile ein Stück weit zum Alltag. Genau genommen nutzen wir sie alle wahrscheinlich in irgendeiner Form. Sei es „nur“ mit Alexa, Google Assitant, Siri oder anderen Sprachassistenten. Auch ChatGPT, Google Gemini und Co. sind seine fast täglichen Helfer und erleichtern ihm Aufgaben im täglichen Arbeitsleben.
Konkret erzählt Sebi im Highlight der Woche in einem Meeting, bei der er die Aufzeichnung von Diskussionspunkten mithilfe einer KI umgewandelt hat. Das hat ihm geholfen, sich später daran zu erinnern und den Inhalt zu rekapitulieren. Durch den Einsatz von KI-Tools wie ChatGPT und Google Gemini zur Zusammenfassung seiner Notizen konnte er den Aufwand für das Erstellen des Protokollls im Anschluss deutlich reduzieren und gleichzeitig die Genauigkeit verbessern. Wer möchte nicht lieber in 15 Minuten als in 45 Minuten fertig sein? KI ist zumindest in unseren Augen keine böse Technik, die uns unsere Arbeit wegnimmt. Wir nutzen sie gerne als Helfer und Unterstützung, auch bei uns im Podcast. Hier hilft uns KI das Transkript einer Folge zu erstellen, oder Teaser für Instagram in die richtige Reihenfolge zu bringen. Probiert es einfach mal aus!
Doku ansehen und KI ausprobieren
„Beckham“ auf Netflix erhält eine klare Empfehlung – fünf von fünf Punkten für die fesselnde Darstellung eines Mannes, der das Herz auf dem Spielfeld und im Leben am rechten Fleck hat. Sebastians Erfahrungen mit KI zeigen zudem, wie Technologie unsere Arbeitsweise erleichtern kann.
SebastianMedieninteressierter Kölner mit einem Hang zum allen neueren, technischen Möglichkeiten mit einer großen Vorliebe zum Fortbewegen mit Bus, Straßenbahn und Bahn. Dies ist sein privater Blog, in dem er sich genau im Schwerpunkt mit diesen großen Themenbereichen beschäftigt.
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18:36
HDW#31 - Brot für Ted Lasso - Ausgang Podcast: Das Highlight der Woche
Das Hightlight der Woche ist zurück bei Ausgang Podcast
Wir teilen mit euch ab jetzt wieder alle zwei Wochen, was uns gerade interessiert und bewegt.
Das Leben ist turbulent und ständig passiert etwas anderes. Wir haben viele Interessen, sind häufig unterwegs und sprechen auch bei Ausgang Podcast in unseren Interviews sehr viel über verschiedene Themen, die uns interessieren.
Um die Monothematik unserer regulären Folgen etwas aufzubrechen, haben wir uns entschieden, das Highlight der Woche wiederzubeleben. Hier besprechen wir zu zweit was uns gerade bewegt, besonders interessiert und was ihr euch uns unserer Sicht auch einmal ansehen solltet. Sei es eine spannende Serie im Stream, das beste Brotbackrezept oder ein tolles Event.
Höhepunkt für Fussballmuffel: Toni verfällt Ted Lasso
Tonis neuste Serien-Entdeckung ist „Ted Lasso“. Diejenigen die uns näher kennen, werden diesen Text vielleicht mit fragendem Blick lesen. Ja genau, eine Fußball-Serie hat es ihm angetan. Warum? Weil es um so viel mehr als Fußball geht. Die Serie um den amerikanischen Football-Coach Ted Lasso (Jason Sudeikis) zieht einfach alle emotionalen Register. Ted hat keine Ahnung vom klassischen Fußball, wie er auch in England gespielt wird. Seine Chefin Rebecca (Hannah Waddingham) möchte ihn gerne scheitern sehen, um ihrem Ex-Mann und Ex-Besitzer des Fußball-Clubs mit dem Scheitern der Mannschaft eins auszuwischen.
Doch weit gefehlt: Ted lässt sich mit seinem unermüdlichen Optimismus nicht einschüchtern und gewinnt nach und nach die Herzen aller um sich herum – auch seiner Chefin. Für wen lohnt sich Ted Lasso? Eigentlich für alle, die auf jede Menge Humor und Emotionen treffen. Der Fußball selbst wird beinah zur Nebenrolle, denn die Geschichten der Figuren rücken in den Vordergrund. Geschäftliche und private Beziehungen, das Scheitern im Profisport, Homosexulität im Fußball und vieles mehr werden bei Ted Lasso ganz selbstverständlich behandelt. Jede:r und findet sich wahrscheinlich irgendwo in den Geschichten wieder. Das macht die Serie für Toni besonders.
Brotbacken wollten 2020 plötzlich alle: Sebastian hat nicht mehr damit aufgehört
Stellt euch vor, ein frisch gebackenes Brot kommt aus dem Ofen, ist noch leicht warm und ihr schneidet es an. Die Kruste knistert laut vom Anschnitt mit dem Sägemesser und euer selbstgebackenes Brot duftet herrlich. Für Sebastian gibt es kaum etwas besseres. Brot selbst backen ist für ihn seit der Pandemie ein wöchentliches Ereignis und seine Ergebnisse kommen mittlerweile kaum noch an die letzten verbliebenen Profibäckerein heran. Selbst das Brot einer sehr beliebten Kölner Bäckerei konnte uns zuletzt nicht mehr ganz überzeugen.
Wer backen möchte braucht regelmäßig Mehl und andere Zutaten. Die meisten Sorten sind natürlich in den Supermärkten erhältlich. Oft haben diese Mehle aber nicht die Qualität, die für ein gutes Brot benötigt wird. Schon als Sebi mit dem Backen anfing, hat er bei einer Mühle in der Nähe von Köln bestellt.
Zutaten für gutes Brot unverpackt kaufen: Brot backen auf dem nächsten Level
Mittlerweile hat auch ein Unverpacktladen in unserer Nähe die Mehle dieser Mühle im Sortiment. Ebenfalls praktisch: Für die Kerne die ins Brot kommen, hat Sebastian einfach die Dose mitgenommen und konnte sie einfach ohne den Einsatz einer Folienverpackung kaufen. Spart Verpackungsmüll und ist, zumindest bei einigen Lebensmitteln, nicht viel teurer als im Supermarkt.
Ausgang Podcast – Das Highlight der Woche
Warum ihr reinhören solltet: Ob nachhaltiger leben und einkaufen oder einfach eine gute Serie suchten – in dieser Folge gibts beides. Plus, ihr bekommt praktische Tipps, wie ihr Lebensmittel unverpackt einkaufen könnt und welche Serie das Potenzial habt, euer neuer Binge-Watching-Favorit zu werden.
Ihr wollt mehr hören? Ausgang Podcast streamen wann und wo ihr wollt
Falls ihr das Highlight der Woche oder unsere Interviews auch unterwegs, beim Putzen oder beim Entspannen hören wollt, findet ihr alle Möglichkeiten im Ausgang Podcast Linktree.
SebastianMedieninteressierter Kölner mit einem Hang zum allen neueren, technischen Möglichkeiten mit einer großen Vorliebe zum Fortbewegen mit Bus, Straßenbahn und Bahn. Dies ist sein privater Blog, in dem er sich genau im Schwerpunkt mit diesen großen Themenbereichen beschäftigt.
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19:35
DGS#135 - Lokführer Tim: Was macht eigentlich ein Trainfluencer?
Lokführer Tim vor einer Lok am Rangiersteig. (Foto © Tim Janotta)
Lokführer Tim: Was macht eigentlich ein Trainfluencer?
Als „Lokführer Tim“ ist Tim Janotta in den Sozialen Medien unterwegs und gibt Einblicke in seinen Beruf
In dieser Folge von Ausgang Podcast spricht Tim Janotta über seinen Werdegang vom Briefzusteller zum Lokführer. Unter dem Namen „Lokführer Tim“ ist er auf den Sozialen Medien mittlerweile vielen Bahn-Enthusiasten bekannt. Auf seinen Kanälen gibt er Einblicke in seine Arbeit als Oberbrandmeister und seinen Alltag als Trainfluencer.
Tim ist ein echtes Multitalent. Er ist als Triebfahrzeugführer bei der DB Cargo in Köln tätig und engagiert sich leidenschaftlich als Oberbrandmeister bei der freiwilligen Feuerwehr. Auf seinen Social Media-Kanälen teilt er täglich viele seiner Erlebnisse auf den Schienen und zeigt den Berufsalltag als Lokführer.
Von der Post zur DB Cargo: Tim Jonottas beruflicher Werdegang
Tim begann seine berufliche Laufbahn nicht direkt auf den Gleisen. Ursprünglich absolvierte er eine Ausbildung bei der Deutschen Post im Bereich Kurier-, Express- und Postdienstleistungen und arbeitete als Briefzusteller. Der Grund dafür war einfach: für die Arbeit bei der Deutschen Bahn war er nach der Schule einfach zu jung. Heute ist er als Lokführer bekannt und setzt sich intensiv mit dem Gütertransport und den operativen Abläufen bei der DB Cargo auseinander. Er disponiert Züge, fährt diese und ist auch für die Interessen seiner Kolleginnen und Kollegen aktiv.
Als Trainfluencer bietet Tim seinen Followern auf Plattformen wie Instagram und YouTube faszinierende Einblicke in den Alltag eines Lokführers. Seine Beiträge verdeutlichen nicht nur die Komplexität und die Anforderungen seines Berufs, sondern zeigen anschaulich auch Nicht-Eisenbahn-Experten, wie die Abläufe bei der Deutschen Bahn aussehen.
Alles auf Rot: Und immer wieder grüßt #teamhp0
Durch seine Posts in den sozialen Medien hat er auch schon selber Hashtags geprägt. So geht wahrscheinlich auf ihn der Hashtag #teamhp0 zurück. „Hp0“ ist ein Fachbegriff aus dem Eisenbahnverkehr: ganz einfach gesagt ist es das rote Signal neben einem Gleis. Es ist also so ähnlich, wie das Rot an einer Fußgänger- oder Autoampel. Unter dem Hashtag „#teamhp0“ posten Triebfahrzeugführer gerne Bilder davon, wie sie vor einem roten Signal stehen und warten. Während eine normale Ampel im Straßenverkehr durch Anforderung (Kontaktschleife oder Knopf an der Ampel) nach einiger Zeit auf Grün schaltet, werden Signale bei der Bahn individuell auf Grün gestellt, wenn ein Fahrdienstleiter den Weg für einen Zug frei gibt. Wann das der Fall ist, hängt davon ab, welche Züge in welcher Dringlichkeit weiter müssen.
Güterzüge können aufgrund ihrer oft geringen Maximal-Geschwindigkeit und dem schweren Gesamtgewicht von über 16.000 Tonnen andere Züge ausbremsen. Deswegen wird man oft einem ICE vor einem Güterzug „grün geben“. Das bedeutet manchmal (vor allem bei Stau), dass Lokführer von Güterzügen länger bei „rot stehen“. Deswegen gibt es unter dem „#teamhp0“ oft Bilder von langen oder wiederholenden Rotphasen.
Beruf oder Berufung? Tim ist nicht nur Lokführer, sondern auch Oberbrandmeister
Neben seiner Tätigkeit bei der Bahn engagiert sich Tim auch als Oberbrandmeister bei der freiwilligen Feuerwehr. Diese Rolle zeigt seine Vielseitigkeit und sein Engagement für die Gemeinschaft. Seine Erfahrungen bei der Feuerwehr fließen oft in seine Erzählungen und Inhalte ein, was ihm eine einzigartige Perspektive auf Sicherheitsfragen und Notfallmanagement gibt.
Im Interview bei Ausgang Podcast erzählt Tim, dass die freiwillige Feuerwehr immer neue Menschen sucht. Dabei ist dir Altersspanne sehr weit gefasst (von 18 bis 67 Jahren) und das Geschlecht zum Mitmachen nicht wichtig. So erzählt er, dass bei ihm in der Wache sogar die Frauenumkleide in den letzten Jahren vergrößert werden musste. Auch Menschen, die Angst vor Höhe haben sind gerne willkommen. Jede Person kann bei der Feuerwehr die Fähigkeiten nutzen, die sie hat. Jemand mit Höhenangst muss also nicht auf die Drehleiter und übernimmt dann andere Aufgaben bei einem Einsatz. Weitere Infos für das Engagement gibt es zum Beispiel bei der Freiwilligen Feuerwehr NRW.
Auch die Feuerwehr verändert sich: Keine einheitlichen Feuerwehr-Uniformen
Wir haben alle sicher ein bestimmtes Bild von Uniformen im Kopf, wenn wir an die Feuerwehr denken. Tim Janotta hat im Interview erzählt, dass es verschiedene Uniformen gibt: zum einen richtet es sich nach den Tätigkeitsschwerpunkten. Ein Waldbrand erfordert eine andere Uniform als ein Wohnungsbrand. Die Uniformen werden von den jeweiligen Einheiten angeschafft – da gibt es keinen Standard. Bei sich auf der Wache hat man kürzlich von den dunklen Uniformen auf sandfarbene Uniformen umgestellt. Der Grund ist einfach: Ruß und andere Verschmutzungen lassen sich auf hellen Kleidungsstücken besser erkennen, als auf dunklen. So sieht jeder sofort, wenn eine Uniform in die Reinigung muss.
An den Träumen festhalten lohnt sich
Tim ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Traumjobs der Kindheit Wirklichkeit werden können. Durch seine Tätigkeit als Lokführer und Feuerwehrmann sowie durch sein Engagement in den sozialen Medien trägt er wesentlich dazu bei, das Bewusstsein und das Verständnis für die wichtigen Aspekte der Bahnindustrie und des öffentlichen Dienstes zu stärken.
Mehr Interviews bei Ausgang Podcast hören
Wir haben in den letzten sieben Jahren viele tolle Interviews aufgezeichnet. Pfarrer Benedikt Kellermann hat uns erzählt, was ihn dazu bewegt hat, mit 19 Jahren dem göttlichen Ruf zu folgen. Interessant war auch zu hören, wie der Arbeitsalltag eines Bestatters aussieht. Bestatter Brian Müschenborn hat uns im Interview Einblicke in seinen Beruf gegeben.
Wenn ihr keine Folge mehr verpassen möchtet, folgt uns gerne auf Instagram oder aktiviert die Glocke auf YouTube. Alle Möglichkeiten uns zu hören, findet ihr im Ausgang Podcast Linktree.
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01:11:37
DBS#46 - Simon Lösch & Waldemar Rusch - Diversität für alle mit Sparkful
Sparkful: Ein Unternehmen, das Diversität fördern möchte
Diversität für Unternehmen und alle die sich dafür interessieren – dafür steht Sparkful
Simon Lösch und Waldemar Rusch heißen die Gründer und Geschäftsführer von Sparkful. Das Start-up aus Münster möchte Diversität am Arbeitsplatz fördern. Außerdem sollen alle, die sich dafür interessieren, vom Angebot von Sparkful profitieren. Wie genau, das erzählen Waldemar und Simon im Interview.
Die beiden Gründer sprechen auf ihrer Homepage von der sogenannten „Diversity Superpower“. Diese hat wahrscheinlich jede Person. Einige müssen sie nur erst aktivieren. Das kann vom allgemeinem Empowerment von Mirarbeitenden bis in die Chef-Etage reichen. Mitarbeitende, die sich im Unternehmen wohlfühlen sein können wer sie sind, leisten bessere Arbeit. Die queere Kollegin wird sich offener bewegen, wenn sie weiß, das sie auch mal von ihrer Frau erzählen kann.
Wer beispielsweise das Tragen eines Kopftuchs im Unternehmen normalisiert, sorgt für Sichtbarkeit marginalisierter Gruppen und schafft einen Safe Space. Diese und weiter Punkte verarbeitet vor allem Simon für Sparkful in Webinaren und Coachings bei Firmen und Einzelpersonen. Sparkful schafft nicht nur in großen Unternehmen und Firmen Raum für mehr Diversität und Vielfalt. Auch alle anderen Menschen die sich dafür näher interessieren und neue Impulse brauchen, sind herzlich eingeladen.
Wenn ihr mehr über Sparkful erfahren wollt und euch für Diversity interessiert, dann hört jetzt das ganze Interview. Alle Folgen von Ausgang Podcast hört ihr überall, wo es Podcasts gibt. Wir freuen uns über eure Fünfsternebewertung, zum Beispiel bei Spotify oder Appel Podcasts. Neuerdings gibt es uns auch auf YouTube. Alle Möglichkeiten uns zu hören, findet ihr außerdem im Ausgang Podcast Linktree.
Weiterhören: Noch mehr Interview bei Ausgang Podcast
Wenn euch Diversity aus Sicht einer queeren Person interessiert, könnt ihr hier gleich weiterhören. Wir haben zu diesem Thema mit trans Aktivist Max Appenroth gesprochen, der als Diversity Consultant in Vorträgen und Workshops wichtige Impulse zum Thema Diversität am Arbeitsplatz gibt. Max setzt sich außerdem für die mentale und körperliche Gesundheit von trans Personen ein und hat dazu 2019 ein Buch veröffentlicht.
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01:22:47
DGS#135 - Luis Teichmann - Was kommt nach dem Rettungsdienst?
Was kann Luis Teichmann eigentlich nicht?
Rettungsingenieur, Content Creator, Rettungssanitäter und Bestseller Autor: Luis Teichmann im dritten Interview bei Ausgang Podcast
Ein bisschen verwundert waren wir schon als Anfang 2024 die Nachricht von Luis Teichmann kam: Die Anfrage zu einem dritten Interview bei uns. Die haben wir natürlich gerne angenommen. Begegnet sind wir einem deutlich nachdenklicheren Luis, der uns sehr reflektiert von sich und den vergangenen zwei Jahren erzählt hast.
Es ist sicherlich nicht alles Gold was glänzt, das hat auch Luis in den letzten 2 Jahren festgestellt. Bei unserem ersten Interview hatte er rund 200.000 Follower:innen auf TikTok. Das damalige Ziel: Die 10.000 Follower:innen auf Instagram erreichen. Bei unserem dritten Interview (Stand Januar 2024) haben diese Zahlen sich deutlich gesteigert. Vorbei sind die Zeiten als kleinerer Content Creator. Auf den Sozialen Medien TikTok, Instagram und YouTube folgen ihm mittlerweile rund 2,5 Millionen Menschen. Das ist eine größere Reichweite als so mancher Fernsehsender erreicht.
Luis Teichmann genießt das Bad in der Menge nicht unbedingt
Doch eben diese Reichweite hat auch ihre Schattenseiten, wie Luis im dritten Interview mit uns andeutet. Da wird man beim privaten Ausgehen auch schonmal angesprochen, ob man nicht schnell ein Video für die Tochter zum Geburtstag machen könnte. Auch die privaten Erfahrungen mit dem Rettungsdienst werden ihm bei der einen oder anderen Party schon mal ungefragt unter die Nase gerieben. Nicht immer mag Luis Teichmann das hören oder ständig nur auf seinen Beruf und seinen Content reduziert werden.
Je größer die Reichweite, desto größer auf die Aufmerksamkeit. Mittlerweile ist der ausgebildete Rettungssanitäter und Bestseller Autor eine Person des öffentlichen Lebens geworden und damit umzugehen, macht ihm nach eigener Aussage auch immer öfter zu schaffen. Da gilt man schnell auch mal als arrogant, wenn man bestimmte Anfragen auf der Straße und im privaten Umfeld ablehnt.
Studium abgeschlossen, SPIEGEL Bestseller Autor, Doktorand: Kommt jetzt das Ende vom Rettungsdienst?
Doch in den letzten Jahren ist bei Luis Teichmann auch jede Menge positives passiert: Mittlerweile ist er Master of Science – MS, Rettungsingenieurwesen und Doktorand an der RWTH Aachen. Im zweiten Interview bei Ausgang Podcast hat er uns von seinem Buch „Einsatz am Limit“ erzählt, das ihn zum SPIEGEL Bestseller Autor gemacht hat.
Damit nicht genug, denn gemeinsam mit York Altendorf und Malte Mondry hat er mittlerweile die MedWork Medien GmbH gegründet. Die Drei vereinen ihre Kompetenzen in der Bewegtbildproduktion und im Bereich Social Media- und Content Marketing. Daraus entstehen regelmäßig digitale Strategien und Marketingkampagnen in den Bereichen Science und Healthcare.
Nun könnte man denken, seien es doch sicherlich genug Belastungen mit eigener Firma, Doktorarbeit und Contenterstellung? Nicht bei Luis! Nach dem großen Erfolg seines ersten Buches hat der Verlag direkt ein Zweites angefragt. Es wird wieder den Rettungsdienst zum Thema haben, jedoch aus einer gänzlich anderen Perspektive, wie uns Luis im Interview verrät. Kein zweiter Teil, sondern ein wirklich anderes zweites Buch. Ein offizielles Datum zur Veröffentlichung gibt es bisher nicht, aber Herbst 2024 ist Luis‘ grobes Ziel.
Altes geht, neues kommt: Was Luis Teichmann aufgegeben hat
Und was gibt es außerdem Neues? Alte Zöpfe muss man bekanntlich auch mal abschneiden und so musste auch Luis Teichmann Lebewohl sagen. Im Dezember 2023 nahm er gemeinsam mit Podcast-Partner Christian die letzte Folge von „Retterview“ auf. Den Podcast hatten die beiden 2020 gestartet und mehr als 100 erfolgreiche Folgen mit Themen rund um den Rettungsdienst produziert. Die beiden sind im Guten auseinander gegangen und Luis brauchte schlicht Zeit, um sich seiner Doktorarbeit und seinem neuen Buch zu widmen.
Unsere Hörtipps: Die beiden ersten Interviews mit Luis Teichmann bei Ausgang Podcast
Wenn ihr noch einmal genau hören wollt, was uns Luis erzählt hat, dann hört jetzt gleich die ganze Folge. Unsere ersten beiden Interviews könnt ihr weiterhin auch nachhören: In Folge 77 der Gesprächsvollzieher hat uns Luis Teichmann von seinen Anfängen bei TikTok erzählt. Wie man ein Buch neben dem Bachelorarbeit schreibt, haben wir in Folge 115 gehört, in der uns Luis von der Entstehung seines Buches „Einsatz am Limit“ erzählt hat.
Ihr wollt keine Folge mehr verpassen? Dann folgt uns gerne auf Spotify oder YouTube und aktiviert die Glocke. Dann erscheint die neuste Folge immer gleich in eurem Feed. Alle weiteren Möglichkeiten uns zu folgen, findet ihr im Ausgang Podcast Linktree.
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01:05:13
DGS#134 - Jonas Nay & David Grabowski - Pudeldame
Pudeldame: v.l.n.r. Jonas Nay, Jon Klein, Nico Bauckholt und David Grabowski © Jan Philipp Schünke
Pudeldame: Aus Lübeck in die Musikwelt
Jonas Nay und David Grabowski sprechen im Ausgang Podcast Interview über die Entstehung der Band Pudeldame.
Da hört man einmal Radio und dann sowas: Ein tanzbares Lied mit coolem Text läuft in der Rotation. Gleich mal taggen – schwupps: Songtitel – Algorythmo, Interpret – Pudeldame. Klingt schonmal cool, aber wer steckt dahinter? Das wollten wir genauer wissen und haben Jonas Nay und David Grabowski zum Interview eingeladen.
Ein paar Tage später finden wir uns mit den beiden im Teams-Call wieder. David und Jonas sind gerade auf Madeira und arbeiten an neuen Songs für Pudeldame. Eine kleine Tradition, wie uns Jonas verrät. Die beiden kennen sich schon lange, haben zusammen die Schule in Lübeck besucht und in einer Jazzband gespielt. Das gemeinsame Wohnen auf 15 Quadratmetern hat sie erst später zusammen geschweißt.
Die beiden sind aber nicht nur Freunde, sondern auch Bandmitglieder von Pudeldame. Die Band formierte sich 2016 in Lübeck. David Grabowski und Jonas Nay bilden allerdings nur die einen 50 Prozent. Die andere Hälfte besteht aus Jon Ander Klein und Nico Bauckholt. Während Jonas Nay die überwiegend deutschen Texte schreibt, sorgen die anderen drei Jungs für den Sound, der Pudeldame so besonders macht.
Hört man sich das bisherige Werk an, stößt man auf clevere Texte die aktuelle Themen und Beobachtungen aus dem Alltag beleuchten. Hinzu kommen verschiedenste Stil-Elemente wie Synthis, Vocoder und elektronische Einflüsse. Das Zusammenspiel der vier Musiker ergibt tanzbare Songs, die oft frech daherkommen und mit einem kleinen Augenzwinkern betrachtet werden können. Dieses findet man auch in den vielen Musikvideos wieder, die Pudeldame auf YouTube präsentieren und als zusätzliche Ebene für ihre Kunst sehen.
Nonstop Pudeldame: Zwei Alben und eine EP in kürzester Zeit
Die Band ist fleißig und erarbeitet permanent neue Songs. Ihr Debutalbum „Kinder ohne Freunde“ erschien 2021. Kurz danach folgte die EP „Sorry ja“ und seit Frühling 2023 ist der zweite Longplayer „Come on Humanity“ im Streaming verfügbar. Wir haben uns gefragt, ob man als Musiker heute besonders viel Content rausschicken muss, um relevant zu bleiben. Um bloße Relevanz geht es Pudeldame bei der Frequenz ihrer Veröffentlichungen allerdings nicht, wie Jonas uns erzählt. Vielmehr ist der kreative Output ausschlaggebend und der ist groß, wie Jonas Nay im Interview bestätigt.
Er ist nicht nur Sänger, Musiker und Komponist: Auch als Schauspieler hat sich Jonas Nay seit seiner Kindheit einen Namen gemacht. Sein Debut gab er als Kind in der Serie „4 gegen Z“ an der Seite von Udo Kier. Danach arbeitete er sich langsam seinen Weg in die Branche. Heute kennt man ihn unter anderem durch seine Rolle als Martin Rauch in der Erfolgsserie „Deutschland83„. Diese brachte ihm den Deutschen Fernsehpreis 2016. Der Erfolg wurde vor allem international so riesig, dass zwei weitere Staffeln folgten. Weitere Rollen übernahm Nay auch in Produktionen wie „Homevideo„, „Tannbach“ oder „Tausend Zeilen„.
David Grabowski hat seine Laufbahn als Gymnasiallehrer aufgegeben und seine Leidenschaft zur Musik schließlich zum Beruf gemacht. Der studierte Jazzmusiker unterstützt nicht nur Pudeldame mit seiner Stimme und als Gitarrist. Auch mit der Sängerin Cleo hat er bereits zusammen gearbeitet. 2017 hat David sein eigenproduziertes Jazz-Album „Land in Sicht“ veröffentlicht. Zusätzlich arbeitet Grabowski auch als Komponist für Film und Fernsehen. Gemeinsamt mit Jonas Nay hat er unter anderem die Musik für „Legal Affairs“ (ARD) und „Du, sie, er, wir“ (Netflix) produziert.
Wenn ihr jetzt Lust habt, noch mehr über Pudeldame zu erfahren hört unser Interview in voller Länge. Das gibt es nicht nur hier im Blogpost, sondern auch überall wo es Podcasts gibt. Mehr Infos zur Musik, Merch und Tourdaten findet ihr auf der Homepage von Pudeldame. Wenn ihr keine Infos und Neuigkeiten verpassen möchtet, folgt einfach Pudeldame auf Instagram.
Noch mehr Interviews bei Ausgang Podcast
Wir laden euch direkt zum Weiterhören ein. Musikalisch geht es auch im Interview mit DrikOne und AndriNalin zu. Die beiden Rapper aus dem Ruhrpott haben mit uns über ihre Leidenschaft zum Hip-Hop und über ihre eigene Musik gesprochen.
Auch der Kölner Liedermacher Dan O’Clock hat mit uns in einem sehr persönlichen Interview über seinen Hang zur Musik und deutschen Texten gesprochen. Er hat uns vor allem erzählt, was für ihn Erfolg bedeutet.
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52:29
DGS#133 - Krachwerk - Lukas König & Luca Künstler - Techno DJs aus Köln
Luca Künstler (li.) und Lukas König heißen als Techno DJ-Duo Krachwerk © Toni Borgert
Techno aus Köln: Luca und Lukas sind das DJ-Duo Krachwerk
Die beiden Kölner Luca Künstler und Lucas König sind Schulfreunde und machen als DJ-Duo Krachwerk Techno.
Techno mag seinen Ursprung in Deutschland vor allem in Berlin und auch Frankfurt am Main haben. Mittlerweile findet die Musikrichtung auch in Köln verstärkt statt. Das haben auch Luca und Lukas von Krachwerk verstanden und sind heute Teil der Kölner Technoszene. Langsam aber sicher bahnen sich die beiden Techno-DJs ihren Weg in kleinere Clubs und beim einen anderen oder anderen Rave sind sie zu hören.
Die elektronische Musik hat sich mit den vergangenen Jahrzehnten immer weiter entwickelt und ist heute vorwiegend und dem Begriff EDM (Electronic Dance Music) zusammengefasst. DJs wie Felix Jaehn, Calvin Harris, Alle Farben, Tiesto oder Armin van Buuren sind nur einige Superstars der EDM-Szene. Auch sie haben mal klein angefangen und sich über viele Jahre langsam in der Szene etabliert.
Techno in Köln: Krachwerk wollen weniger Mainstream sein
Lucas König und Luca Künstler sehen Krachwerk weniger in der EDM-Szene. Ihr Stil ist stark von den härteren Techno-Beats geprägt, wie man sie aus dem Berliner Underground kennt. Das kann man in einigen ihrer Krachwerk DJ-Sets auf Soundcloud hören. Doch nicht nur die harten Beats machen ihre DJ-Sets aus. Auch einige Vocals lassen sie mittlerweile einfließen um ihren Stil weiter zu entwickeln. Klar wird im Interview auch, dass die beiden sich ungern im Techno-Mainstream einreihen wollen.
Dieser ist vor allem in sozialen Medien wie Instagram und TikTok angekommen. Bemerkbar macht sich das in Tanzanleitungen für Technopartys. Oder auch ganzen Lookbooks die viele junge Technofans für das beste Outfit im Club nutzen. Sogar der Eintritt in Clubs wie dem berühmten Berliner Berghain sind fast zur Meisterschaft geworden – inklusive stundenlangem Anstehen. Eintritt ist hier nicht garantiert.
Krachwerk plädieren nach eigener Aussage für die Freiheit und Individualität in den Clubs, vor allem aber auch in der Musik. Denn was ist an der Sache noch besonders, wenn die Musik mit einer Schablone gemacht ist und alle sich nach einer bestimmten Norm im Club bewegen oder für die Party anziehen? Das wollten wir ergründen und haben mit Luca und Lukas von Krachwerk über ihre persönliche Verbindung zur Technomusik gesprochen.
Der Ursprung von Techno: Irgendwo zwischen Detroit, Berlin und Frankfurt am Main
Die meisten Fans elektronischer Tanzmusik sehen den Ursprung von Housemusik und Techno wahrscheinlich in Städten wie Detroit, Berlin oder Frankfurt. Die drei Städte werden immer wieder genannt, wenn es um elektronische Tanzmusik geht. House fand schon in den 1980er Jahren in Detroit erste Erwähnung und seinen Weg auf die Tanzflächen. Später entwuchs daraus die Musikrechnung Techno die in den 1980er Jahren mach Deutschland schwappte. Bis heute gelten Berlin und Frankfurt als erste Anlaufstellen für Techno.
Vor allem in Berlin fanden in den 1980er Jahren erste Raves statt und Tekkno war eine Musikrichtung des Untergrunds. In verlassenen Gebäuden, Fabrikhallen und Kellerclubs ist eine Subkultur entstanden, in der Freiheit und Unabhängigkeit an erste Stelle standen. Anfang der 1990er Jahre wuchs die Techno-Kultur immer weiter. Der DJ Dr. Motte startete eine Demonstration die später als Loveparade in die Musikgeschichte eingehen sollte. Im Laufe der Jahre wurde die Loveparade größer und größer und landete wie der Techno irgendwann im Mainstream.
Technomusik und viele seiner Subgenres wie Trance und Vocal-Trance wurden in den 2000er Jahren sogar im Radio gespielt. Songs wie „Sandstorm“ von Darude oder „Beachball“ von Nalin & Kane schafften es sogar in die internationalen Charts. Die Liste der Interpreten könnte hier noch deutlich verlängert werden. Wichtige DJs in Deutschland waren Ende der 90er und zum Beginn der 2000er Jahre Westbam, Sven Väth, Marusha, Paul van Dyk, Ellen Alien, Talla2XLC, Moguai oder auch ATB.
Was Luca Künstler und Lukas König eigentlich zum Techno gebracht hat und was sie heute so sehr daran lieben, hört ihr Ausgang Podcast Interview. Die Musik der beiden DJs gibt es bei Soundcloud und sicher auch bald in eurer Nähe.
Ausgang Podcast: Noch mehr Interview für euch zum Nachhören
Wenn ihr gleich weiterhören möchtet gibt es hier wie immer zwei Anspieltipps für euch: Der Sänger und Musikproduzent Nisse hat 2023 sein drittes Album „Ich bereue nichts“ veröffentlicht. Bei Ausgang Podcast hat erzählt, warum er ans Aufhören denkt.
Elektronische Musik aus Köln stammt nicht nur von Krachwerk. Auch der Kölner Musiker Maz’n hat im Ausgang Podcast Interview von seiner Leidenschaft zu EDM erzählt.
Wir freuen uns über eure 5-Sterne-Bewertung bei Spotify oder Apple Podcasts. Wenn ihr eure Geschichte erzählen möchtet, meldet euch unter mail@ausgangpodcast.de
Alle weitere Möglichkeiten uns zu hören und zu erreichen gibt es im Ausgang Podcast Linktree.
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01:32:05
DBS#45 - Pandora Nox - Gewinnerin der 1. Staffel Drag Race Germany
Die erste Gewinnerin von Drag Race Germany: Pandora Nox © Paramount+
Drag Race Germany Staffel 1 hat eine Gewinnerin: Pandora Nox
Wie sie es als erste cis-Frau an die Spitze des Drag Olymp schaffte und Drag Race Germany gewann, erzählt Pandora Nox im Ausgang Podcast Interview.
Gleich drei Premieren gab es im Drag Race Universum: Drag Race Germany Staffel 1 wurde 2023 endlich produziert und ausgestrahlt. Die erste Gewinnerin ist eine cis-geschlechtliche Frau und auch erst die zweite cis-Frau, die an einem der Franchises teilgenommen hat. Uns hat natürlich brennend interessiert, wie Pandora Nox zur Drag Kunst kam.
Ganze 10 Jahre hat es gedauert, bis World of Wonder endlich den Casting-Aufruf gestartet hat. Lange haben die Drag Race Fans weltweit darauf gewartet. 2023 wurde es nun endlich Wahrheit: Drag Race Germany ist beim Streamingdienst Paramount+ gelandet und dort auch abrufbar. Über 12 Folgen hinweg traten 11 Drag Queens aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an. Eine Krone, ein Zepter, einen Jahresvorrat Make-up und satte 100.000 Euro durfte Drag Artist, Choreographin und Tänzerin Pandora Nox mit nach Österreich nehmen.
Können Frauen überhaupt Drag machen?
Selbst für einige Drag Fans und innerhalb der Drag-Community steht in Frage ob Frauen überhaupt Drag machen können. Der Begriff Drag soll seinen Ursprung in der Zeit von William Shakespeare haben. Gerüchten zu folge nutzte der Dramatiker die Abkürzung DRAG (Dressed As Girl: dt. angezogen als Frau) im Script, da zu seiner Zeit alle Männer die Frauenrollen spielten.
Über die Jahrhunderte entwickelte sich die Drag-Kunst jedoch stetig weiter. Die Legende, dass nur Männer Drag machen können ist längst Geschichte. Nicht erst seit Rupaul’s Drag Race schlüpfen auch transFrauen, cis-Frauen und weiblich gelesene Personen in Outfits und in bestimmte Figuren um sich abzugrenzen. Viele nutzen die Dragkunst um mit Hilfe von Make-up, Haaren und einem bestimmten Look endlich das ausleben zu können, was sie wirklich fühlen. Vielleicht auch ein Stück weit ihre eigenen Grenzen zu überschreiten. Drag ist also nicht nur Verkleidung, sondern auch ein Schutzschild.
Pandora Nox: „Drag ist Kunst und Kunst ist für alle.“
Trotz allem haben Männer die Kunst nicht für sich gepachtet und Drag ist für alle da. So sagte es auch einst Drag Race-Erfinder Rupaul:„We are all born naked. The rest is drag.“ Bis Frauen allerdings wirklich bei Drag Race teilnehmen durften, vergingen viele Jahre. Zunächst outeten sich im Originalformat Rupaul’s Drag Race seit der ersten Staffel 2009 einige Kandidatinnen als trans.
So brach die Grenze nach und nach auf und zunächst nahmen weitere transFrauen auch offiziell am Drag Race teil. Erst die UK-Drag Queen Victoria Scone setzte als erste cis-geschlechtliche Frau ein Zeichen für so genannte AFAB-Queens und nahm an Staffel 3 von Rupaul’s Drag Race UK teil. (AFAB: assigned female at birth, dt. ihr wurde bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugewiesen)
Die Stärke von Drag nutzt auch Pandora Nox und schlüpft auf der Bühne in die Erscheinungen einer mystischen Figur, die alle Blicke auf sich zieht. Ihre Outfits sind stets handverlesen und von verschiedenen Designer:innen und ihr selbst konzipiert. Dass sie ein Händchen für Looks und Performance hat, hat sie zuletzt bei Drag Race Germany in 12 Folgen unter Beweis gestellt.
Besonders auf den Runways konnte sie stets punkten und mit ihren Performances überzeugen. Pandora ist außerhalb der Drag Welt nämlich auch Choreographin und Tänzerin. Auch diese Talente haben sie in jeder Episode ein Stück weiter zur Poleposition gebracht. Seit kurzem darf sie sich nun Germany’s 1st Drag Superstar nennen – auch wenn sie eigentlich Österreicherin ist.
Gebürtig kommt Pandora Nox aus der österreichischen Stadt Linz und lebt heute in Österreichs Hauptstadt Wien. Mit Kostümen und der Kunst der Verkleidung kam sie schon am Fasching und ganz früh in Berührung. Viele ihrer ersten Kostüme entwarf und nähte ihre Oma als sie Kind war und diese sollte auch ihr Drag-Kunst beeinflussen.
Nach eigener Aussage kommt Pandora aus einem eher konservativen Elternhaus. Sie hat sogar Medizin studiert, jedoch bald festgestellt, dass sie mehr für die Dragkunst brennt. Mittlerweile ist sie mit ihrer Kunst und all ihren Talenten selbstständig und hat mit ihren Eltern zwei von vielen Unterstützer:innen die sie stärken.
Wir, als Drag Race-Fans wollten wissen wie Pandora Nox die Drag-Kunst für sich entdeckt hat und wie sie die Zeit bei Drag Race als sogenannte AFAB-Queen erlebt hat. Wenn ihr mehr darüber erfahren möchtet, dann hört jetzt die ganze Folge.
Infos, Merch und Termine findet ihr auf Pandora Nox Homepage. Wenn ihr gleich weiterhören möchtet, dann streamt unser Interview mit Barbie Breakout. Sie ist Jurorin und Moderatorin der ersten Staffel Drag Race Germany, außerdem auch Autorin, Podcasterin und HIV-Aktivistin.
Wie man Dragkunst mit dem Beruf einer Lehrkraft verbindet hat uns Thilo erzählt. Er tritt im Raum Mainz als Drag Queen Gracia Gracioso auf und hat 2023 sein Mutmachbuch „Liebe, wen du lieben willst“ veröffentlicht. Zudem klärt er über seine Kunst auch auf TikTok auf und reagiert als Thilo auch gerne direkt mit einem Video auf Hasskommentare.
Wenn ihr keine Folge von Ausgang Podcast mehr verpassen möchtet, folgt uns auf Instagram. Hören könnt ihr alle unsere Folgen ab sofort auch auf YouTube. Alle weiteren Hörmöglichkeiten finde ihr außerdem im Ausgang Podcast Linktree.
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41:33
DBS#44 - Paul Maresch - Logopäde mit Spezialisierung auf Stimmtransition von trans* und nicht-binären Personen
Logopäde Paul Maresch aus Köln © Paul Maresch
Paul Maresch ist Logopäde aus Köln und hilft anderen Menschen bei der Entwicklung ihrer Stimme
Die Logopädie ist ein weites Feld: Paul Maresch hat sich auf die Stimmtransition von trans* und nicht-binären Menschen spezialisiert.
Stottern, zwanghaftes Räuspern, der berühmte S-Fehler oder Mehrsprachigkeit (von Kindern) sind nur ein Paar der Anliegen von Menschen die die Hilfe von Logopäde Paul Maresch behandelt. Ursprünglich ist Paul Schauspieler und hat sich schon während seines Studiums intensiv mit dem Thema Stimme beschäftigt. Was ihn dazu bewogen hat Logopäde zu werden, erzählt er uns im Ausgang Podcast Interview.
Dabei gehören sowohl erwachsene Menschen als auch Kinder zu seinen Pantient:innen. Die Probleme sind vielfältig, genauso wie Pauls Behandlungsspektrum. Besonderen Fokus legt er auf die Stimmtransition von transPersonen und nicht-binären Menschen. Der Anstoß dafür liegt zum einen darin, dass die Praxis in der er arbeitet das schwerpunkmäßig anbietet. Zum anderen hat Paul auch ein persönliches Interesse daran.
Die Personen die Paul aufsuchen, kommen meist aus ganz verschiedenen Stadien. Während die einen noch ungeoutet sind und sich gerade erst finden, stehen andere mit ihrer Identität bereits fest im Leben. Sie haben verschiedene Bedürfnisse und meist einen starken Leidensdruck. Das liegt häufig an der Genderdysphorie mit der die Menschen sowieso schon kämpfen. Für sie passt die Stimme einfach nicht zum Rest.
Speziell für transFrauen gibt es eine Operation bei der das Kehlkopfgerüst angepasst werden kann. Auch eine Anpassung der Stimmlippen ist möglich wie Paul uns erzählt hat. Jedoch sind diese Eingriffe irreversibel. Wichtig zu sagen ist, dass eine Stimmtransition nicht von heute auf morgen durchgeführt wird. Ungefähr ein Jahr kann das laut Pauls Einschätzung durchaus dauern.
Aber auch Menschen mit einer Dysphonie (dt. Sprachstörung) oder mit stimmlich herausfordernden Berufen, wie Lehrerkräfte, benötigen häufig Hilfe bei der Stimmpflege. Auch Menschen die einen Schlaganfall erlitten haben, sind nicht selten Pauls Patient:innen. Hinzu kommen auch Jugendliche und Kinder, die beispielsweise mit einer Mehrsprachigkeit aufwachsen. Hier therapiert Paul mit ganz gezielten und vielseitigen Übungen, die individuell an die Bedürfnisse angepasst werden.
Was wir aus dem Interview mitgenommen haben: Stimmprobleme können so individuell sein wie die Personen, die sie betreffen. Stimme findet zudem nicht einfach nur im Kopf oder Hals statt. Sie wird vom ganzen Körper gebildet. Die körperliche Verfassung spielt eine wichtige Rolle. Bin ich angespannt und gestresst, arbeite die Muskulatur des Körper ganz anders als bei Entspannung. Das wirkt sich auch auf das Stimmverhalten aus und äußert sich zum Beispiel mit Räuspern oder einen sogenannten Stimmlosigkeit.
Die Beschäftigung mit seiner Stimme hat Paul Maresch schon während seiner Schauspielausbildung in Graz gelernt. Danach zog es ihn erstmal nach Berlin wo er einige Jahre auf der Bühne stand. Logopädie ist in Österreich bereits ein Bachelor-Studiengang. In Deutschland finden die Ausbildungen in Fachschulen für Logopädie statt. Paul spricht sich im Interview deutlich dafür aus, die Logopädie auch in Deutschland zum Studienfach zu machen. Vor allem zur Qualitätssicherung und um die Arbeit evidenzbasiert zu gestalten.
Die Logopädie ist ein weites Feld, von dem viele sicher schon gehört haben. Wir wollten gerne mehr darüber erfahren und haben mit Paul über seinen ganz eigenen Weg zur Arbeit mit der Stimme gesprochen. Wie genau das die Ausbildung funktioniert und was Inhalt seiner therapeutischen Arbeit ist, erfahrt ihr im Interview.
Wenn ihr Ausgang Podcast direkt weiterhören möchtet, haben wir hier noch ein paar Hörtipps für euch: Fall euch mentale Gesundheit und das Thema Journaling erfahren wollt, hört unser Interview mit Roland Golsner a.k.a itsrolifslife. Ein weiteres Interview zum Thema Stimmpflege und Coaching haben wir mit Autor und Stimm-Coach Gerrit Winter geführt.
Wollt ihr mehr über Paul Maresch erfahren?
Falls ihr das Bedürfnis nach einer Beratung habt dann erreicht ihr Paul Maresch für einen ersten Kontakt am besten auf Instagram.
Weiter Möglichkeiten Ausgang Podcast zu hören und Kontakt zu uns aufzunehmen findet ihr im Linktree.
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55:51
DBS#43 - Barbie Breakout - Host & Jurorin von Drag Race Germany
Barbie Breakout – Drag Ikone und Hostin von Drag Race Germany © Paramount+
Barbie Breakout ist Moderatorin und Teil der ersten Staffel Drag Race Germany
Wie es Barbie Breakout geschafft hat vom Drag Race Fan zum Drag Race Host zu werden, erzählt sie im Ausgang Podcast Interview.
Ein Jahrzehnt mussten deutsche Drag Race-Fans warten, jetzt ist es endlich so weit: Seit September 2023 ist der deutschsprachige Ableger von Rupaul’s Drag Race online zu sehen. Drag Race Germany bringt Drag Queens aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen. Neben Barbie Breakout sitzen auch Aktivist Gianni Jovanovic und Designerin und Autorin Diane Brill am Jurypult.
Die Gerüchteküche brodelte schon eine Weile und wurde viel gemunkelt. Kurz vor Ausstrahlung wurde es dann Wahrheit: Barbie Breakout, eine der bekanntesten Drag Queens aus Berlin und Deutschland ist Hostin von Drag Race Germany.
Als Drag Race-Fan der ersten Stunde weiß sie als Moderatorin und Jurorin genau, worauf es beim Drag Race ankommt. Die Teilnehmenden müssen in verschiedenen Challenges ihr Können unter Beweis stellen. Dazu gehören unter anderem Fotoshootings, Schauspiel, ein Werbevideo für ein Produkt und das berühmte „Snatch Game„. Hier schlüpfen die Queens in die Rollen (meist) prominenten Personen. Hier gilt es, komödiantisches Talent zu zeigen und vor allem den Moderator zum lachen zu bringen.
Drag Queen, Autorin, HIV-Aktivistin: Barbie Breakout nutzt ihre Reichweite für gesellschaftliche Themen
Barbie ist nicht erst seit Drag Race Germany eine bekannte Größe unter den Drag Queens in Deutschland. Schon seit mehr als 20 Jahren ist sie vor allem in der Berliner Drag-Szene bekannt. Einen Namen hat sie sich zunächst als Djane gemacht. So war sie nicht nur in den Berliner Clubs viel gebucht, sondern auch international.
Die Platten sind mittlerweile eingemottet und die DJane wurde in Rente geschickt. Die Dragkünstlerin war nicht nur im Nachtleben laut. Ihre Stimme, ihre Dragkunst und ihre Reichweite nutzt sie seit jeher um denjenigen eine Plattform zu geben, denen die Ressourcen fehlen. Ihre wohl bemerkenswerteste und bekannteste Aktion passierte 2013: Vor laufender Kamera nähte sie sich damals aus Protest gegen homophobe Hetze in Russland den Mund zu. Das Video ging viral und ist mit dem Titel „Open your mouth“ (Triggerwarnung!) noch heute online zu sehen.
Doch das ist nicht das einzige Thema das Drag Queen Barbie Breakout sichtbar macht: Auch für Anliegen rund um HIV und Aids setzt sie sich regelmäßig ein. Als hiv-positive Person unter Therapie lässt es sich mittlerweile sehr gut leben. Ist die Viruslast unter der Nachweisgrenze ist das Virus nicht mehr übertragbar. Doch auch 2023 sind viele Menschen immer noch unaufgeklärt. Es ranken sich weiterhin Stigma und viele Mythen um das Thema. Das weiß auch Barbie, die mit dem positiven Status seit Jahren auch öffentlich lebt. Im Interview hat sie uns eine bewegende Anekdote erzählt, wie sie von ihrer Infektion erfahren hat.
Wenn Barbie nicht in Drag auf der Bühne oder vor der Kamera steht, ist sie noch immer als freier Make-up Artist beruflich unterwegs. Ihre Ausbildung absolvierte sie bei der renommieren Hasso von Hugo Maskenbildnerschule in Berlin und arbeitet schon seit vielen Jahren mit Prominenten Kund:innen wie Barbara Becker und macht unter anderem Mode- und Beautykampagnen.
Was ist eigentlich Rupaul’s Drag Race?
Die Reality-Show wird seit 2009 in Amerika ausgestrahlt. Namensgeber und Moderator Rupaul Charles ist seit mehr als 40 Jahren als Drag-Künstler bekannt. Seine Karriere startete in den 1980er Jahren in New York City. 1993 landete Rupaul mit Supermodel (You better work) einen internationalen Hit, wurde für Werbekampagnen gebucht, machte Radio und hatte eine eigene Talkshow bei VH1. Später zog sich der Entertainer einige Jahre aus der Öffentlichkeit zurück, machte Therapien um seine Drogensucht zu überwinden. Im Jahr 2009 feierte er mit der Reality-Show Rupaul’s Drag Race sein großes Comeback.
Die Show besteht aus 10 bis 12 Teilnehmenden pro Staffel. Woche für Woche müssen sie verschiedene Herausforderungen wie Schauspiel, Comedy und die Kreation eines Kostüms in der Sendung meistern. Am Ende jeder Staffel wird dann „Americas next Drag Superstar“ gekürt. Die Reality-Show geht 2024 in die 16. Staffel. Die Serie hat mittlerweile eine riesige internationale Fan-Base. Neben mehreren Spin-offs wurde das Konzept in 20 weitere Länder (Stand Oktober 2023) exportiert.
Ihr bekommt nicht genug von Barbie Breakout?
Barbie ist nicht nur Host von Drag Race Germany sondern auch von zwei Podcasts: In ihrem Podcast Tragisch, aber geil spricht sie mit vielen inspirierenden Menschen über verschiedenste Themen. Als besondere Anspieltipps sind hier das Interview zwischen Barbie und Make-up Artistin Sarah Hartgens und dem Modedesigner Kevin Wildemann zu nennen.
Als Teil eines Trios spricht Barbie im 2Old2DieYoung Podcast gemeinsam mit Tatjana Berlin und Paul Schulz über popkulturelle Themen. Damit aber nicht genug: Barbie hat außerdem ihre Lebensgeschichte aufgeschrieben und ihr Buch Tragisch, aber geil könnt ihr mittlerweile kostenlos bei Spotify hören.
Alle Folgen von Drag Race Germany könnt ihr mit einem Abo bei Paramount+ streamen.
Wenn ihr keine Interviews von Ausgang Podcast mehr verpassen wollt, dann folgt uns bei Instagram. Hören könnt ihr uns auf allen bekannten Streamingplattformen wie Spotify. Kontaktmöglichkeiten, unser Presskit und mehr findet ihr außerdem im Ausgang Podcast Linktree.
ausgangDer Beitrag DBS#43 – Barbie Breakout – Hostin Drag Race Germany Staffel 1 erschien zuerst auf Ausgang Podcast.
58:28
DGS#129 - Abgefüllt. - Wie kommt biodynamischer Wein in Pfandflaschen? - Leonie Berents & Silja Mende-Kamps
Silja Mende-Kamps (li.) und Leonie Berents im Weinkeller © Abgefüllt
Abgefüllt. Wein in Pfandflaschen: Neue Mode, oder längst überfällig?
Silja Mende-Kamps und Leonie Berents haben ihr Unternehmen mit dem Namen Abgefüllt. Biodynamischer Wein in Pfandflaschen gegründet.
Leonie und Silja sind nicht nur im beruflichen Kontexte ein Paar. Die beiden Gründerinnen erzählen uns im Ausgang Podcast Interview, wie sie ihre berufliche und private Beziehung mit dem Weinvertrieb vereint haben. Was wir uns zuerst gefragt haben: Wie kommt man eigentlich auf die Idee, Wein in Pfandflaschen zu vertreiben?
Genau wegen der Pfandflaschen sind uns die Weine und die beiden Gründerinnen aufgefallen, denn bisher haben wir das noch nirgends gesehen. Unter dem Stichwort „Pioneer Wine“ haben sie gemeinsam mit dem Winzer ihres Vertrauens besondere Rebsorten ausgesucht. Bei Abgefüllt Wein geht es nicht um Masse, sondern um ausgewählte und besondere Rebsorten, sowie Nachhaltigkeit und Transparenz im Weinbau und der gesamten Vertriebskette. Daher sind die Weinmengen nach jeder Lese limitiert. Ausgetrunken ist ausgetrunken.
Die Pfandflaschen dürften den meisten Biertrinkenden optisch bekannt vorkommen. Es ist genau das Modell das auch für Bier verwendet wird: Die sogenannte NRW-Flasche. So soll das Kernproblem der Weinwirtschaft ein Stück weit dezimiert werden. Denn das Einwegglas produziert jährlich tonnenweise Müll. Dem möchten Leonie und Silja mit ihrem Wein in Pfandflaschen etwas entgegensetzen. Über die Umstellung auf die NRW-Flasche können bis zu 60 % CO2 reduziert werden.
Bei Abgefüllt wird auf Colourwashing und geschönte Marketing-Begriffe verzichtet
Die beiden Gründerinnen nutzen das Wort Nachhaltigkeit nicht als losen Begriff oder gar Marketingclaim. Die Maßnahmen beginnen nicht erst im Vertrieb des fertigen Produkts, sondern schon auf dem Weinanbau. Verantwortungsvolles Handeln schreiben Silja und Leonie groß. Und so legen sie Wert darauf die Artenvielfalt auf dem Weinberg zu erhalten. Ein Teil davon ist der Verzicht auf Insektizide und das Verständnis des Weinbergs als Ökosystem. Hier stehen nicht die Weinstöcke alleine, sondern auch Obstbäume, Kräuter und andere Gewächse die zum Lebensraum verschiedener Arten werden.
Die Reben sind dabei klimafreundlich und kommen ohne Pflanzenschutzmittel aus. Das schont nicht nur die Pflanzen, sondern auch die Böden. Gearbeitet wird nach Demeter-Grundsätzen, mit denen das Ökosystem Weinberg aufgebaut und erhalten bleibt. Ergebnis: Extra reduzierte Saisonweine, die vegan und bestimmt keine Massenware sind. Silja und Leonie sind außerdem Teil des Vereins „PIWI International“ der sich für die Förderung von Piwi-Reben einsetzt.
Uns hat interessiert, wie die beiden auf den Wein gekommen sind und wie sie als Gründerinnen und Frauen in der Branche wahrgenommen werden. Wie klappt es eigentlich, das gemeinsame Interesse am Produkt als Paar, sowohl im beruflichen als auch privaten Kontext, zu vereinen? Das hört ihr im ganzen Interview: Hier im Blogpost, oder überall wo ihr sonst eure Podcasts streamt.
Mehr über Abgefüllt erfahren und viele weitere Folgen von Ausgang Podcast hören
Ihr möchtet mehr über Pioneer-Wein und biodynamischen Weinbau erfahren? Dann schaut doch auf der Homepage von Abgefüllt Wein vorbei. Dort findet ihr viele wertvolle und vor allen transparente Informationen über das Gründen von Abgefüllt und den Weg von der Idee zum eigenen Business. Dort könnt ihr den Wein in Pfandflaschen natürlich auch zum Testen für Zuhause erwerben.
Wenn ihr mehr Ausgang Podcast Interviews hören möchtet, schaut hier in den Bereich Episoden und entdeckt mehr als 150 Interviews mit sehr vielen unterschiedlichen Themen. Wenn ihr Kaffee-Fans seid, hört unser zweites Interview mit Zwoo Kaffeeröster aus Köln-Ehrenfeld. Eine Pionierin zum Thema verpackungsfreies Einkaufen und Wirtschaften ist Olga Witt. Sie ist Gründerin und Inhaberin von Tante Olga, einem Unverpacktladen hier in Köln. In unserem Interview mit Olga haben wir über die Zero-Waste-Bewegung gesprochen. Wir freuen uns, wenn ihr uns auf Instagram folgt und unsere Link.Tree ganz oben recht auf der Seite besucht. Dort findet ihr auch Pressematerial zu Ausgang Podcast und alle Möglichkeiten uns zu hören.
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01:20:45
DBS#42 - Pavlo Stroblja - CEO & Gründer von Queermentor
Pavlo Stroblja – CEO & Gründer von Queermentor © Toni Borgert
Pavlo Stroblja ist Gründer von Queermentor, einem Netzwerk für Unterstützung und Empowerment queerer Menschen
Mit Queermentor unterstützen Pavlo Stroblja und ehrenamtliche Mentor:innen LGBTQIA+ Jugendliche und erwachsene queere Menschen
Die Idee für Queermentor entstand 2021. Pavlo hatte erkannt, dass es kein vergleichbares Angebot für die LGBTIQA+ Community gab. Durch Gespräche mit Straight Allies (heterosexuelle Verbündete) wurde ihm klar, dass auch sie nach Möglichkeiten suchten, sich für die Community einzusetzen. Pavlo hatte den Wunsch, eine Plattform zu schaffen, die Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Erfahrungen zusammenbringt. Aus dieser Idee ist Queermentor geworden.
Pavlo Stroblja: Mit Queermentor zum Vorbild und Mutmacher für queere Jugendliche
Queermentor setzt sich dafür ein, die Arbeitswelt diverser zu machen und bietet kostenlose Coachings, Trainings und vor allem ein umfangreiches Mentoring-Programm an. Es ist eine Plattform, die Menschen vernetzt und verschiedene Formen des Empowerments ermöglicht. Persönliche Motivation spielte für Pavlo ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Gründung.
Der Gründer und Geschäftsführer kam selbst erst im Alter von 22 Jahren aus der Ukraine zum Studium nach Deutschland und hatte erst hier sein Coming-out. In der Ukraine fehlten ihm Vorbilder, die ihm zeigen konnten, dass es in Ordnung ist, er selbst zu sein und zu seiner Identität als schwuler Mann zu stehen. Stattdessen musste er sich anpassen und hat seine wahren Gefühle häufig versteckt. Mit Queermentor möchte Pavlo jungen Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, Mut machen und ihnen Zugang zu Vorbildern ermöglichen. Das Ganze soll auf direktem und unkompliziertem Weg geschehen, damit sie frühzeitig zu sich selbst finden und die nötige Unterstützung erhalten.
Queermentor: Empowerment und Unterstützung für alle Menschen der LGBTIQA+ Community
Gerade weil viele Mitglieder der LGBTIQA+ Community Ausgrenzung erleben, möchte Queermentor ihnen grundsätzlich sagen: „Ihr seid gut so, genauso wie ihr seid.“ Die Bedürfnisse der Menschen, die sich an Queermentor wenden, sind genauso vielfältig wie die Menschen selbst. Die Mentor:innen unterstützen beim Coming-out, sei es in der Familie oder am Arbeitsplatz. Sie helfen den Mentees auch bei Bewerbungsprozessen und der Suche nach Arbeitgebern, die zu ihnen passen. Oft ergeben sich im Orientierungsgespräch noch weitere Fragen, bei denen die Mentor:innen helfen können. Viele Auszubildende, Studierende und Berufseinsteiger wünschen sich mehr Selbstbewusstsein im Umgang mit ihrer sexuellen Orientierung und sind gleichzeitig an beruflicher Orientierung und Karriereplanung interessiert.
Queermentor: Gemeinsam für eine vielfältige Arbeitswelt eintreten
Mittlerweile wird das Netzwerk von 170 Mentor:innen aus den verschiedensten Branchen unterstützt. Diese stehen jungen queeren Menschen bei ihrer persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung zur Seite. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten und so wurde Queermentor schon 2022 mit dem deutschen „Impact of Diversity Award“ ausgezeichnet.
Jetzt Ausgang Podcast hören und inspirierende Geschichten und spannende Themen hören!
Passend zum Pride Month, und darüber hinaus, haben wir im Interview mit der fabelhaften Drag Queen Gracia Gracioso, über ihr Mutmachbuch „L(i)ebe, wie du willst: Alles, was du über LGBTQIA+ wissen musst – ein Mutmachbuch für junge Menschen“ gesprochen. Thilo, alias Gracia, hat uns von seiner Verbindung und Leidenschaft zur Drag-Kunst erzählt. Natürlich war auch die Entstehung seines Buches Thema.
Außerdem empfehle wir, unbedingt unser Gespräch mit Emotionscoach Jana Stella zu hören, in dem sie ihr beeindruckendes Projekt „Make more physical love“ vorstellt. Jana spricht über ihre Erfahrungen und Coaching-Techniken, und erklärt, wie man eine tiefere Verbindung zu sich selbst und anderen aufbauen kann.
Folge uns auf Instagram unter @ausgangpodcast, um immer auf dem Laufenden zu bleiben und exklusive Einblicke hinter die Kulissen zu erhalten. Außerdem findest du in unserem Link.tree weitere interessante Infos zu einzelnen Folgen.
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59:17
DBS#41 - Gracia Gracioso - Drag Queen & Lehrer mit Mutmachbuch für junge LGBTIQA+ Menschen& Allies
Gracia Gracioso oder Thilo – Lehrer & Drag Queen © Gracia Gracioso
Drag Queen Gracia Gracioso empowert mit Mutmachbuch rund um LGBTQIA+
Gracia Gracioso ist Drag Queen, Thilo ist der Mensch dahinter und im wahren Leben Lehrer. Jetzt veröffentlicht Gracia ein Mutmachbuch und Ratgeber für queere Menschen und Allies.
Thilo ist in seiner Freizeit im Raum Mainz als Drag Queen unterwegs und nutzt diese Kunstform auch, um sich für die Belange queerer Menschen stark zu machen. Dass er mit Gracia anfing, war eher ein Zufall. Thilos Schwester ermutigte ihn an Fastnacht als Frau zurecht gemacht auszugehen und die Reaktionen waren überwältigend. Im kommenden Jahr holte Thilo Gracia erneut aus dem Schrank und langsam etablierte sich die Fastnachts-Verkleidung zum Alter Ego.
Mittlerweile braucht er die Fastnacht nicht mehr, um als Drag Queen vor die Tür zu gehen. Gracia ist im Mainzer Raum seit Jahren bekannt, tritt auf Bühnen in Clubs aber auch bei CSDs auf. Auch mediale Auftritte folgten bald und so ist Thilo im Raum Mainz keine unbekannte Persönlichkeit.
Während der Pandemie entdeckte der Lehrer dann neben Instagram auch TikTok für sich. Dort zeigte er zunächst überwiegend Gracia-Kontent, unter anderem sogenannte Transition-Videos. In diesen kurzen Videos wird Thilo durch geschickte Schnitte innerhalb von Sekunden zu Gracia Gracioso.
Die Drag-Kunst hat viele Befürworter, aber wo Bewunderung stattfindet, sind auch negative Reaktionen nicht weit. Die Kommentare wollte Thilo allerdings nicht auf sich sitzen lassen und so beschloss er, ihnen eine besondere Bühne zu geben. Ganz Lehrer ordnet er sich entsprechend ein und erklärt, was Worte mit anderen Menschen machen können.
Als Gracia Gracioso, aber auch als Thilo gegen Hasskommentare bei TikTok
Ganz in der Lehrerrolle ordnet er Out of Drag (also als Mann) negative Kommentare ein und stellt sich auf konstruktive Art dagegen. Mit Ablehnungen haben nicht nur Drag Queens zu kämpfen. Sehr viele Menschen die sich in irgendeiner Form dem queeren Spektrum zugehörig fühlen werden online und auch im realen Leben angegriffen. Der Hass im Netz wird zunehmend mehr und Thilo stellt sich der Diskriminierung deutlich entgegen.
Nicht alle jungen Menschen die auf dem Weg zu sich selbst sind, haben eine Bezugsperson. Manche trauen sich vielleicht auch erstmal nicht, sich jemandem zu offenbaren. Da kann ein Buch eine effektive Hilfe sein. Gracia Gracioso hat dafür ein Mutmachbuch geschrieben, das als Ratgeber, aber auch als Erfahrungssammlung gelesen werden kann.
„L(i)ebe, wie du willst: Alles, was du über LGBTQIA+ wissen musst – ein Mutmachbuch für junge Menschen“ heißt der Titel und Gracia schöpft hier aus vielen eigenen Erfahrungen. Sie spricht aber nicht nur darüber, was Drag ist, sondern auch über ihr Coming-out als schwuler Mann. Das Buch ist in fünf verschiedenfarbige Kapitel unterteilt. Das vereinfacht die Assoziation mit den Themen beim Lesen. Die Themen können so den Farben zugeordnet werden und erleichtern die Orientierung. Neben Gracias persönlichem Rat gibt es jede Menge Erklärungen und Fachwissen zu Begriffen wie Pronomen zum Nachschlagen. Das Buch richtet sich an junge Menschen und Allies (Verbündete). Grundsätzlich aber an alle, die sich dafür interessieren.
Wir haben Thilo gefragt, wie er zum Drag gekommen ist und ob das vielleicht auch mit seinem Beruf als Lehrer kollidiert. Außerdem hat er uns noch mehr zum Inhalt von „Liebe, wen du lieben willst…“ erzählt. Wie entsteht so ein Buch eigentlich genau und wie bestimmt man den konkreten Inhalt? Diese und weitere Fragen beantworten wir im Ausgang Podcast Interview.
Gracia auf Social Media:
Gracia Gracioso auf Instagram
Gracia Gracioso auf TikTok
Gracias Homepage
Ausgang Podcast – Hör- und Leseempfehlungen
Wenn ihr nicht mehr genug von Ausgang Podcast bekommt, dann hört doch direkt weiter. Wie in der Folge angesprochen, legen wir euch noch zwei weitere Autoren queerer Bücher nahe. Im Interview mit Autor Sebastian Goddemeier haben wir über sein Buch „Coming-Out“ gesprochen. In diesem Buch hat er die Erfahrung seines eigenen Coming-Outs verarbeitet, aber auch mit 18 prominenten Personen über ihre eigenen Geschichten gesprochen.
Autor Hansjörg Nessensohn hat uns wiederum von der Entstehung seines Buches Mut.Machen.Liebe erzählt. Der Roman erzählt zwei Liebesgeschichten im Köln der 1950er Jahre und in der Gegenwart, die durch die Protagonisten sind. Ein emotionaler und sehr empfehlenswerter Jugendroman, der auch die Geschichte schwuler Männer und die historische Entwicklung zur Zeit des Paragraphen 175 beleuchtet.
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01:03:51
DBS#40 - Patrick Dähmlow - CEO von Mr. Gay Germany - Mehr als nur ein Schönheitswettbewerb?
Mr . Gay Germany CEO Patrick Dähmlow ©Patrick Dähhmlow
Patrick Dähmlow ist Veranstalter und Organisator von Mr. Gay Germany
Ist Mr. Gay Germany wirklich nur ein Schönheitswettbewerb? Was wirklich dahinter steckt, besprechen wir im Ausgang Podcast Interview mit CEO Patrick Dähmlow.
Hört man Mr. Gay Germany, denken die meisten wahrscheinlich an einen reinen Schönheitswettbewerb. Hinter dem Namen steckt seit vielen Jahren allerdings deutlich mehr als das Konzept einer klassischen Misswahl. Patrick Dähmlow ist seit 2015 Organisator und Veranstalter von Mr. Gay Germany und hat aus der Veranstaltung mehr gemacht, als einen Titel.
Mehr als nur Schönheit: Wie Patrick Dähmlow Mr. Gay Germany ein neues Image verpasste
Mittlerweile folgt die Wahl des Misters einem festen Verfahren. Über die Wahl des Titelträgers entscheidet in jedem Jahr ein Punktesystem und eine mehrköpfigen Jury. Diese bildet sich aus Menschen, die mit der queeren Community zu tun haben und mit ihr verbunden sind. Patricks Anliegen ist von Beginn an, das Image der Veranstaltung zu verändern. Der aktuelle Mister soll nicht alleine durch sein Aussehen die schwule und queere Community repräsentieren. Die Kandidaten die in jedem Jahr ins Rennen um den Titel geschickt werden, müssen der Jury verdeutlichen warum sie geeignet sind.
Aussehen alleine reicht nicht: Bei Mr. Gay Germany geht es um aktives Engagement
Dafür arbeiten die Kandidaten Konzepte zu ihrem jeweiligen Herzensthema aus, die sie der Jury vorstellen. Bei der Vorstellung stehen sie den Juror:innen Rede und Antwort und müssen auch die eine oder andere unerwartete Frage beantworten. Wenn das Konzept stark genug ist, kommt der Kandidat in die engere Auswahl, bis schließlich aus meistens 12 Finalisten der neue Mister Gay Germany gewählt ist.
Mit der Wahl und dem Titel ist es aber nicht getan: Nach dem Finale geht es für den Mister erst richtig los. Pressetermine, Interviews, Podcast-Aufzeichnungen, Medienauftritte und vieles mehr gehört zu den repräsentativen Aufgaben des Finalisten. Dazu zählen auch die Auftritte auf den vielen CSDs deutschlandweit im Sommer stattfinden. Zudem nimmt der aktuelle Mister auch Auftritte im politischen Kontext wahr, um auch hier die Interessen der queeren Community zu vertreten.
Ein Streamingdienst sagt ja: Mr. Gay Germany 2023 wird erstmals von Joyn begleitet
Die Wahl für den Mr. Gay Germany 2023 ist erstmals vom Streamingdienst Joyn begleitet worden. Hier konnten die Zuschauerinnen und Zuschauer Einblicke in den Wahlprozess erhalten. Die 12 Kandidaten sind dafür ins spanische Sitges gereist, wo die 10 Folgen der Sendung 3 Wochen lang produziert wurden. Hier musste sich die sehr diverse Auswahl der 12 Kandidaten in verschiedenen Challenges beweisen. Gewonnen hat die Wahl am Ende Lukas Küchen, der die Jury von seinem Herzensprojekt und seinen sonstigen Leistungen während des Wettbewerbs überzeugen konnte.
Uns hat interessiert, wie das Projekt Mr. Gay Germany eigentlich entstanden ist und wie Patrick Dähmlow zur Position als CEO gekommen ist. Außerdem wollten wir hier bei Ausgang Podcast auch gerne wissen, was genau das Konzept beinhaltet. Kleiner Spoiler: Das Aussehen der Kandidaten ist doch eher Nebensache.
Wenn ihr mehr zum Thema erfahren möchtet, dann schaut auf der Homepage von Mr. Gay Germany vorbei. Auch auf Instagram findet ihr immer aktuelle News zum Mister und viele Hintergrundberichte.
Ihr wollte keine Folge von Ausgang Podcast mehr verpassen? Dann folgt uns gerne auf Instagram, dort erfahrt ihr immer zuerst, wenn ein neues Interview erscheint. Wir sind zudem auf allen bekannten Streamingdiensten, wie zum Beispiel Spotify zu finden. Dort freuen wir uns über eure 5-Sterne-Bewertung. Euer Feedback ist ebenfalls herzlich willkommen und zwar über mail@ausgangpodcast.de
Viele interessante Interviews: Mehr von Ausgang Podcast hören
Wenn ihr gerne weiterhören möchtet, haben wir zwei passende Interviews von zwei ehemaligen Mr-Gay-Kandidaten. Max Appenroth war der erste transidente Mister Gay Germany und im Interview hat uns Max schon vor der Wahl vom Weg zu sich selbst und einem tollen Kinderbuch namens „Egal was sie auch ändert, das Herz bleibt genau das selbe.“ erzählt.
Sein Vorgänger Benjamin Näßler hat uns vom Projekt „Liebe kennt keine Pause“ erzählt, das auch Inhalt seiner Kampagne als Mr. Gay Germany war. Hier ging es um Menschenrechte und das Ende der Diskriminierung homosexueller Menschen im Rahmen der Fußball-WM 2022 in Katar.
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01:24:32
DBS#39 - Sarah - Dorfpride - Queeres Leben auf dem Land sichtbar machen
©Ausgang Podcast
Mühlhausen 2020 – aus einer sprichwörtlichen Schnapsidee entsteht mitten in der Pandemie die Dorfpride. Gerade auf dem Land braucht es mehr Sichtbarkeit und Angebote für queere Menschen, das wissen auch die Organisator:innen. In weniger als vier Wochen entsteht mit Hilfe vieler Ehrenamtlerinnen die erste Demonstration in Thüringen. Die Dorfpride ist geboren und findet bereits in der ersten Ausgabe sehr viel Anklang bei den Gemeinden und allen Beteiligten.
Infrastruktur ist wichtig – nicht nur in den Großstädten
Von Anfang ist klar: Die Demo wird gebraucht, denn gerade in ländlichen Regionen fehlt es häufig an Infrastruktur. Angebote wie LGBTQIA+-Gruppen mit Themenschwerpunkten, oder Beratungsräume gibt es auf dem Land selten. Größere Städte in der Region sind häufig nur mit dem Auto erreichbar und der öffentliche Nahverkehr ist kaum oder gar nicht ausgebaut. Es fehlt an genügend Infrastruktur und das ist vielen Menschen (aus den Großstädten) nicht bewusst.
Das Projekt wächst und das zweite Dorf wird bunter
In der Zwischenzeit wurde im Hintergrund viel gewerkelt. Freiwillige Helfende waren schnell zur Stelle und die meisten Beteiligten sind bereits in soziale Projekte involviert. Dadurch kennen sie sich gut mit Projektarbeit aus. Für den Anfang brauchte es ein Logo, Social Media-Auftritte und eine Homepage. Regelmäßig werden Pressemitteilungen mit aktuellen Neuigkeiten veröffentlicht um mehr Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken.
Auch Termine finden sich auf der Homepage und den Sozialen Medien. Wichtiger sind allerdings Spendenaufrufe, denn ohne finanzielle Hilfe von außen ist das Projekt nicht durchführbar. Alle Organisator:innen arbeiten ehrenamtlich und neben ihrem Hauptberuf.
Schon im Jahr 2021 wurde mit etwas mehr Vorlauf die zweite Ausgabe veranstaltet. Dieses Mal rollte der Demonstrations-Zug durch Oftersheim in Baden-Württemberg. Auch hier wurde deutlich, wie wichtig queere Sichtbarkeit auf dem Land ist. Sarah unterstreicht im Interview noch einmal dass viele queere Menschen, egal ob jung oder älter, wenig Zugang zur queeren Community haben.
Die Aufmerksamkeit steigt unterdessen immer mehr und neben der lokalen Presse werden auch das Fernsehen, Radiosender und Podcasts auf die Initiative aufmerksam.
„Es gibt queere Menschen die wollen auf dem Land leben, und welche die müssen auf dem Land leben.“
„Frau Müller die ein Weingut hat, muss beispielweise auf dem Land bleiben. Sie hat keine Wahl, denn sie kann es ja nicht mitnehmen.“ sagt Sarah im Interview. Ihr wurde erst durch Dorfpride bewusst, dass nicht alle queeren Menschen die Wahl haben ob sie auf dem Land leben wollen oder müssen.
Wir haben mit der Mitinitiatorin über die Entstehung dieses schönen Projektes gesprochen. Vor allem hat uns interessiert, wie groß der Aufwand einer solchen Veranstaltung für kleine Gemeinden ist. Die Willenskraft aller Beteiligten und das nötige Herzblut sorgen erst dafür, dass die Veranstaltung vor Ort glatt läuft. Auch die Gemeinden selbst und sogar die Kirchen haben bisher viel Hilfe angeboten und freuen sich auf ein etwas bunteres Dorf.
Die bunte Demonstration vor eure Tür holen?
Wenn ihr die Pride auch mal ins Dorf holen wollt, solltet ihr Instagram und die Homepage im Auge behalten. Dort wird immer zum Jahresende eine Abstimmung für den nächsten Ort im folgenden Jahr eröffnet. Mitmachen können alle Orte und auch Menschen, die etwas bewegen wollen. Ganz unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung.
Wenn ihr noch mehr Interviews unserer Bunten Stunde hören möchtet, könnt ihr das hier über die Homepage und alle bekannten Streamingdienste. Wir freuen uns über euer Feedback über mail@ausgangpodcast.de. Immer auf dem neusten Stand bleibt ihr, wenn ihr uns auf Instagram folgt und alle weiteren Möglichkeiten uns zu erreichen, haben wir auf Link.tree zusammen gefasst.
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44:32
DBS#39 - Hansjörg Nessensohn - Mut.Machen.Liebe - Schriftsteller & freier Drehbuchautor
©Ruven Breuer
Hansjörg Nessensohn ist Schriftsteller und freier Drehbuchautor. Im Sommer 2021 hat er sein aktuelles Buch “Mut.Machen.Liebe” veröffentlicht. Nachdem wir es mit Begeisterung gelesen haben, wollten wir gerne mehr über Hansjörg und seine Arbeit erfahren.
Aufgewachsen ist er in einer kleinen Stadt nahe des Bodensees in Schwaben. In Thüringen hat er Medienwissenschaften studiert und nach einem Zwischenstopp in München zog es ihn nach Köln, wo er noch heute lebt.
Zunächst Drehbuchautor, dann Schriftsteller
Neben seiner Tätigkeit als freier Drehbuchautor für viele verschiedene Fernsehformate, entdeckte er auch das Bücherschreiben für sich. 2019 veröffentlichte er dann sein erstes Buch “Und dieses verdammte Leben geht einfach weiter” das sehr viel Zuspruch bekam.
“Mut.Machen.Liebe” ist in gewisser Weise die Fortsetzung, lässt sich allerdings auch als alleinstehendes Buch lesen und verstehen. Hier geht es vor allem um Pauls Weg zu sich selbst, dem Mut etwas zu wagen und natürlich um die Liebe.
In zwei parallelen Handlungssträngen erzählt Hansjörg Nessensohn die Geschichten von Paul und Liz in der Gegenwart, und von Helmut und Enzo Ende der 1950er Jahre in Köln. Paul und Liz hat es zum Wandern nach Italien verschlagen. Beide beschäftigt ihre ganz eigene Geschichte, die sie im Laufe der Erzählung immer enger zusammen schweißt. Denn ihre Vergangenheit holt beide gedanklich immer wieder ein und für beide spielt die Liebe eine ganz wesentliche Rolle.
Der Paragraph 175 und seine Folgen
Besonders Liz’ Geschichte um Enzo und Helmut steht im Schatten des Paragraphen 175. Schwule und bisexuelle Männer wurden zu dieser Zeit auch als “175er” bezeichnet. Somit war der Paragraph immer auch ein diskriminierendes Synonym. Er stellte mehr als 123 Jahre lang homosexuelle Handlungen unter Strafe. Schwule und bisexuelle Männer konnten für sexuelle Handlungen, sowie dem bloßen Verdacht im Gefängnis landen und wurden gesellschaftlich geächtet.
Gleichgeschlechtliche Liebe und Beziehungen durften jahrzehntelang, wenn überhaupt, nur in den eigenen vier Wänden stattfinden. Erst 1994 wurde der Paragraph endlich ersatzlos abgeschafft.
Uns hat interessiert, wie Hansjörg auf seine Geschichten kommt und ob es gerade queere Geschichten heute eigentlich noch braucht. Ist es eigentlich leicht einen Verlag zu finden, der diesen Stoff auch veröffentlichen will? Das und vieles mehr erfahrt ihr natürlich im Interview.
Wollt ihr mehr über Hansjörg und seine Arbeit erfahren?
Weitere Bücher, Termine und Infos zu neuen Projekten von Hansjörg Nessensohn findet ihr auf seiner Homepage. Viele weitere queere Themen im Rahmen der Bunten Stunde gibt es hier bei uns zu hören. Wenn ihr nichts mehr verpassen wollt, folgt uns gerne auf Instagram und wenn ihr ein Thema besprechen möchtet, schreibt uns über mail@ausgangpodcast.de
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01:01:09
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