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Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George Washington bis Rosa Luxemburg, vom Büstenhalter bis Breaking Bad.

Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George Washington bis Rosa Luxemburg, vom Büstenhalter bis Breaking Bad.

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Heinrich Heine: Warum ein Dichter für seine Worte fliehen muss

Am 17.2.1856 stirbt Heinrich Heine im Exil in Paris - der Dichter, den Zensur und Anfeindungen aus Deutschland treiben, weil seine Worte zu frei und zu politisch sind. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vratz: wie sehr Heine der Einzug Napoleons in Düsseldorf prägt, dass ihn seine Heimat Deutschland trotz aller Zensur nie loslässt, von Heines Ironie und seinen oft verkannten Musikkritiken, von seinen letzten Jahren, in denen er krank, aber nicht einsam ist. Heinrich Heine ist einer der größten, scharfsinnigsten und populärsten Dichter deutscher Sprache. Der gebürtige Düsseldorfer ist gerade 25, da erscheint in Berlin ein schmaler Band mit Lyrik: 58 Texte, darunter später so berühmte Gedichte wie "Belsatzar" oder "Die Grenadiere". Heine entpuppt sich als genauer Beobachter mit spitzer Zunge. Wegen seiner Kritik an bestimmten kirchlichen Zusammenhängen, an Willkürherrschaften und Fürstentümern kommen seine Werke in Deutschland auf den Index. 1831 flüchtet Heine nach Paris, wo er den Rest seines Lebens bleiben wird. Hier lernt er seine große Liebe kennen und macht den Zensoren zuhause auf seine unvergleichliche Art den Prozess: in Feuilletons, Reiseberichten und Gedichten. In seinen letzten Jahren ist Heine an sein Pariser Bett gefesselt. Trotz der schweren Nervenkrankheit lassen seine Schaffenskraft und sein Wille zur politischen Kritik bis zum Tod nicht nach. Der Dichter stirbt am 17. Februar 1856 mit nur 58 Jahren. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Sabine Brenner-Wilczek, Direktorin des Heinrich-Heine-Instituts Düsseldorf Manfred Windfuhr und das Heinrich-Heine-Institut (Hg.): Heinrich Heine. Historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke. Hamburg 1973-97 Gerhard Höhn: Heine-Handbuch. Zeit, Person, Werk. Stuttgart 1987 Joseph A. Kruse (Hg.): "Ich Narr des Glücks". Heinrich Heine 1797-1856. Bilder einer Ausstellung. Stuttgart/Weimar 1997 Michael Mann: Heinrich Heines Musikkritiken. Hamburg 1971 Weiterführende Links: Planet Schule: Dichter dran - Heinrich Heine Heinrich Heine: Reise nach Italien Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vratz Redaktion: Sefa Inci Suvak
History and humanities Today
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Voyeur für die Wissenschaft: Der Sex-Forscher William Masters

Die Forschung von William H. Masters zur menschlichen Sexualität ist bahnbrechend - auch Dank seiner Partnerin Virginia Johnson. Er stirbt am 16.2.2001. In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayi: warum Masters' erste Untersuchungen nicht im Labor, sondern im Bordell stattfinden, wie Johnson trotz fehlender akademischer Meriten seine Forschung in Schwung bringt, wie Masters seine junge Assistentin hinter den Kulissen zum Sex zwingt, wie sich Masters durch seine steinzeitlichen Ansichten ins wissenschaftliche Abseits spielt. William Masters leistet gemeinsam mit seiner Ehefrau Virginia Johnson Pionierarbeit in der Sexualforschung. Dabei widerlegt er viele falsche Vorstellungen über Sexualität. Denn anders als seine Vorgänger - etwa Alfred Kinsey - setzt er nicht nur auf Befragungen, sondern beobachtet seine Probandinnen und Probanden beim Sex. Er will den Sex buchstäblich vermessen, will wissen, was vor, während und nach einem Orgasmus im Körper passiert. Zusammen bringen Masters und Johnson 1966 ihr bahnbrechendes Werk "Die sexuelle Reaktion" auf den Markt - es wird ein Riesenerfolg. Doch Ende der 1970er-Jahre verspielt Masters seinen Ruhm, als er behauptet, er könne schwule Männer zu Heterosexuellen umformen. Später schürt er entgegen des Forschungsstands die Angst vor Aids. Am 16. Februar 2001 stirbt William Masters im Alter von 85 Jahren an Parkinson. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Richard Kühl, Sexualforscher, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Johannes Fuß, forensischer Psychiater, Sexualforscher, LVR-Universitätsklinik Essen Heinz-Jürgen Voß, Sexualforscher, Uni Merseburg William Masters und Virginia Johnson: Das verdrängte Risiko. Sexualverhalten im Aidszeitalter, München 1988 William Masters und Virginia Johnson: Liebe und Sexualität, Frankfurt am Main 1993 Weiterführende Links: Stichtag: 23. Juni 1894 - Geburtstag des Sexualforschers Alfred Kinsey Süddeutsche Zeitung: Als die CSU in den Krieg gegen Aids zog Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Murat Kayi Redaktion: Frank Zirpins
History and humanities Yesterday
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Die ENIAC-Frauen: Die wahre Geschichte des ersten Universalcomputers

Am 15.2.1946 wird der erste programmierbare elektronische Computer vorgestellt und ändert unsere Welt. Doch die Frauen, die ihn programmierten, geraten in Vergessenheit. In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Werthschulte: dass die sechs ENIAC-Frauen ohne den Krieg nie als Mathematikerinnen hätten arbeiten dürfen, warum Frauen in der Tech-Branche bis heute im Schatten stehen, wie der Fokus auf die Hardware und weniger aufs Programmieren gelegt wird, warum die ENIAC-Frauen trotz fehlender Wertschätzung stolze Pionierinnen waren. Ab 1942 entwickelt das US-Militär einen Universalrechner, der die komplizierten Flugbahnen von Geschossen berechnet soll. Der ENIAC ist ein gigantische Ungetüm: 27 Tonnen schwer und im Rohzustand nicht mehr als eine Ansammlung von Stahl, Röhren und Kabeln. Zum Leben erwecken sollen ihn sechs Mathematikerinnen, die zuvor stundenlang Flugbahnen per Hand berechnet haben: Jean Jennings Bartik, Betty Snyder Holberton, Frances Bilas Spence, Ruth Lichterman Teitelbaum, Kathleen "Kay" McNulty Mauchly und Marlyn Meltzer Wescoff. Eine Mammutaufgabe, denn es gibt keine Programmiersprache, sondern lediglich einen Schaltplan. Die sechs Frauen müssen sich alleine zurechtfinden – und leisten echte Pionierarbeit. Am 15. Februar 1946 ist es dann soweit: Der ENIAC wird öffentlich vorgestellt und spuckt in sekundenschnelle eine Flugbahn aus. Politiker, Militärs und Geldgeber sind begeistert und feiern sich selbst - nicht aber die Mathematikerinnen, die den Computer ans Laufen gebracht haben. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Kathy Kleiman, Professorin für Internet-Gesetzgebung, American University Washington Kathy Kleiman: Proving Ground. The Untold Story of the Six Women Who Programmed the World's First Modern Computer, New York 2023 Jennifer S. Light: When women were computers, in Technology and Culture, Baltimore 1999 Weiterführende Links: Planet Wissen: Geschichte des Computers Zeitzeichen 19.3.1927: US-Informatiker Allen Newell wird geboren Zeitzeichen 09.4.1925: Der Computer-Pionier aus Paderborn – Heinz Nixdorf Zeitzeichen 23.6.1912: Der Mathematiker Alan Turing wird geboren Zeitzeichen 27.11.1852: Die Mathematikerin Ada Lovelace stirbt in London Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Werthschulte Redaktion: Matti Hesse Technik: Nicolas Dohle
History and humanities 2 days
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Ägyptens vergessener Rivale: die antike Großmacht der Hethiter

Die Hethiter schließen im 12. Jahrhundert v. Chr. den wohl ältesten Friedensvertrag der Geschichte, dann verschwinden sie spurlos. Erst Jahrtausende später wird ihr Weltreich wiederentdeckt. In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach: wie Zufallsfunde im 19. Jahrhundert das Großreich der Hethiter wieder ans Licht der Geschichte bringen, warum der britische Forscher Archibald Sayce Ausgangs des 19. Jahrhunderts für seine Theorien belächelt wird, wer hinter dem etwas merkwürdigen Namen Schuppiluliuma steckt, warum das hethitische Reich von Anbeginn auf Messers Schneide steht. Das Reich der Hethiter ist zwischen 1.600 und 1.200 v. Chr. der große Rivale Ägyptens. Vielleicht sogar der militärisch überlegene Rivale. Funde belegen, dass die Hethiter als erste das Speichenrad verwenden, leichter und wendiger als die behäbigen Scheibenräder der Ägypter. Sie sind Pioniere der Eisenverarbeitung und entwickeln eine frühe Form der Stahlgewinnung. Ideal für Waffen und Werkzeug. Ihr Untergang ist rätselhaft und ihre Spuren verlieren sich für über 3.000 Jahre im Dunkel der Geschichte. Herodot, der Vater der Geschichtsschreibung, erwähnt sie schon im 5. Jahrhundert vor Chr. nicht mehr. Doch im 19. Jahrhundert gibt es Zufallsfunde. Ohne Zusammenhang, Tausende Kilometer voneinander entfernt. Seit 120 Jahren graben Archäologen nun in Hattuscha/Boğazköy (Zentralanatolien) und sammeln jedes Jahr mehr Wissen über die Hethiter. Das archäologische Puzzle fügt sich Stück für Stück zusammen und lässt das versunkene Großreich der Hethiter wieder ins Licht der Geschichte treten. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor Dr. Andreas Schachner, Altorientalischer Archäologe, Deutsches Archäologisches Institut Istanbul Andreas Schachner: Hattuscha - Auf der Suche nach dem sagenhaften Großreich der Hethiter. 2021. C.W. Ceram: Enge Schlucht und Schwarzer Berg. 1955. Jörg Klinger: Die Hethiter. 2012. Horst Klengel: Hattuschili und Ramses - ihr langer Weg zum Frieden. 2002. Weiterführende Links: Planet Wissen: Ausgrabungen in Troja Planet Wissen: Pharaonen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marfa Heimbach Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak Technik: Nicolas Dohle
History and humanities 3 days
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Verschiffte Winterkälte in die Karibik: Eiskönig Frederic Tudor

Im kalten Nordosten der USA lässt er tonnenweise Natureis ernten, um es in der Karibik zu Geld zu machen. Am 13.2.1806 startet Frederic Tudor sein kühnstes Unternehmen. In diesem Zeitzeichen erzählt Kolja Sand: warum sein Vater Frederic Tudor als Enttäuschung sieht, wie viele seiner gewagten Geschäftsideen scheitern, warum die Bostoner Handelsleute ihn für "verrückt" halten, wie seine kühne Eis-Export-Idee ihn sogar ins Gefängnis bringt und ihn schließlich doch zu einem reichen Mann macht. Anstatt die Schulbank zu drücken, verbringt Frederic Tudor seine Jugend auf dem Landgut seiner Familie in der Nähe von Boston. Fasziniert beobachtet er dort, wie Arbeiter mächtige Eisblöcke aus dem zugefrorenen See schneiden und für den Sommer einlagern. Der junge Tudor fragt sich: Ließe sich mit dem kostenlosen Eis nicht eine Menge Geld verdienen, dort wo es heiß ist - etwa in der Karibik? Kurzerhand investiert Tudor sein ganzes Geld in ein eigenes Schiff, das am 13. Februar 1806 Richtung Karibik ausläuft. Tatsächlich übersteht das Eis die Fahrt erstaunlich gut. Doch mangels geeigneter Lager schmilzt es ebenso schnell wie sein Kapital. Trotz dieser und noch vieler weiterer Rückschläge gibt Frederic Tudor seine Vision nicht auf - und wird schließlich als "Eiskönig von Boston" in die Geschichte eingehen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Andrew Robichaud, Historiker, Boston University Gavin Weightman: The Frozen Water Trade. How Ice from New England Lakes Kept the World Cool. New York: 2002 Carl Seabrug; Stanley Paterson: The Ice King: Frederic Tudor and His Circle. Hrsg. Alan Seaburg. Boston/Mystic: 2003 Philip Chadwick Foster Smith: Crystal Blocks of Yankee Coldness: The Development of the Massachusetts Ice Trade from Frederick Tudor to Wenham Lake, 1806-1886. Salem, Massachusetts: 1962 Weiterführende Links: Spektrum.de: Kleine Geschichte über den Eiskönig von Boston Boston University: Tracing the History of New England’s Ice Trade Geschichten aus der Geschichte: Tudor und der Eishandel Zeitzeichen: 06.03.1930 - Erste Tiefkühlkost im US-Handel Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Kolja Sand Redaktion: Christoph Tiegel/David Rother
History and humanities 4 days
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14:50

Freiheitshunger und Wissensdurst: Denkerin Lou Andreas-Salomé

Friedrich Nietzsche liegt ihr zu Füßen, ohne Chancen: Lou Andreas-Salomé ist eine Femme fatale. Die Schriftstellerin und Psychoanalytikerin wird am 12.2.1861 geboren. In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Dänzer-Vanotti: in welche damals unkonventionelle Dreier-Wohngemeinschaft Lou Andreas-Salomé 1882 einzieht, welche teils dramatischen Folgen es hat, dass Lou Andreas-Salomé Männer magnetisch anzieht, ohne ihrem Werben nachzugeben, warum der Tod Paul Rées für Spekulationen über einen Suizid aus verschmähter Liebe sorgt, wie die Begegnung mit dem 14 Jahre jüngeren Rainer Maria Rilke für beide zur Lebenswende wird. Louise von Salomé wird am 12. Februar 1861 in Sankt Petersburg in eine wohlhabende deutsch-russische Familie mit fünf wesentlich älteren Brüdern geboren. Ihr Vater vergöttert sie, die Mutter ist eher kühl. Lou erdenkt sich schon als kleines Mädchen Beistand von höchster Stelle, von Gott. Sie tut ausschließlich, was sie für richtig hält, ohne Rücksicht auf Konvention oder auf Gefühle anderer Menschen. Eine von Lous Lebensregeln lautet, "ich habe getan, wozu mich mein total entriegelter Freiheitsdrang veranlasste." Ihr erstes Buch heißt "Im Kampf um Gott", wobei sie als Jugendliche auch mit der Kirche ringt. Dabei spielt der Pfarrer Hendrik Gillot eine Rolle, manche vermuten: eine prägende, unheilvolle Rolle, denn er wird übergriffig und bestürmt schon die 16-Jährige ihn zu heiraten. Er wird der erste, den sie ablehnt. Noch etliche Jahre lang hält sie Männer, die sie umschwärmen, auf Distanz. Im Herbst 1911 lernt Lou Andreas-Salomé auf dem Weimarer psychoanalytischen Kongress Sigmund Freud kennen. Der bekannte Psychoanalytiker lacht sie für ihre Vehemenz die Psychoanalyse lernen zu wollen, aus. Tatsächlich wird sie aber eine der ersten Psychoanalytikerinnen. Zuvor üben nur Männer diesen Beruf aus. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartnerinnen: Iris Radisch, Biografin von Rainer Maria Rilke, ZEIT-Redakteurin Dr. Brigitte Rempp, Psychoanalytikerin am Lou Andreas-Salomé-Institut, Göttingen Kerstin Decker: Lou Andreas-Salomé. Der bittersüße Funke Ich - Biographie. 2010 Lou Andreas-Salomé: Lebensrückblick. 1951 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 15.10.1844 - Der Geburtstag von Friedrich Nietzsche Zeitzeichen: 21.11.1849 - Geburtstag von Paul Rée Stichtag: 23. September 1939: Sigmund Freud stirbt in London Planet Wissen: Psychologie - Geschichte der Psychotherapie Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Irene Dänzer-Vanotti Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Christina Gabriel
History and humanities 5 days
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Paul Bocuse: Der Mann, der Köche zu Stars machte

Vom Wirtshaus der Eltern zur Weltrevolution der Küche - das ist der Lebensweg von Paul Bouse, geboren vor 100 Jahren am 11.2.1926. Die Geschichte des Star-Kochs der "Nouvelle Cuisine", der Sahne, Butter und Käse liebte. In diesem Zeitzeichen erzählt Fabian Elsäßer: warum Paul Bocuse scherzhaft sagt, dass auch amerikanisches Blut in seinen Adern fließt, warum sich der Begriff "Nouvelle Cuisine" nicht allein auf die Speisen bezieht, was der Spitzenkoch Paul Bocuse überhaupt nicht mag, an welchem Bocuse-Gericht man sich leicht die Nase verbrennt. Paul Bocuse wird am 11. Februar 1926 im Gasthaus "L’Auberge du Pont" in Collonges au Mont d’or in der Nähe von Lyon geboren. Seine Eltern und Großeltern sind Gastronomen. Der kleine Paul assistiert seinem Vater schon mit neun Jahren in der Küche. Mit 16 schicken ihn seine Eltern in die Kochlehre nach Lyon ins Restaurant "La Soierie". Bocuse steht bis heute für die Erneuerung der französischen Küche im 20. Jahrhundert, leicht, saisonal, modern. Ein Trend, der sich weltweit durchsetzt. Schon zu Lebzeiten baut er als einer der ersten, ganz ohne Internet und soziale Medien, ein regelrechtes Gastro-Imperium auf, das noch heute existiert. Herzstück ist weiterhin das Restaurant seiner Vorfahren. Nach dem Tod des Vaters 2018 taufen seine Kinder es von "Restaurant Paul Bocuse" wieder auf den Namen um, unter dem es schon Bocuses Eltern geführt haben. Und obwohl es inzwischen "nur" noch zwei statt drei Sterne hat, läuft es immer noch blendend und hat fast 100 Mitarbeiter. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Franz Keller, Sternekoch und Bocuse-Lehrling Lea Linster, Sterneköchin und Gewinnerin des "Bocuse d’Or" Éva-Marie Zizza-Lalu: Paul Bocuse, Le feu sacré. Édition Glénat. Grenoble 2005 Weiterführende Links: Planet Wissen: Gourmetküche - Berühmte Köche Zeitzeichen: 19.11.1979 - Eckart Witzigmanns Restaurant "Aubergine" erhält dritten Michelinstern Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Hörtipp: Alles in Butter zur Winterküche - aber auf italienisch. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Fabian Elsäßer Redaktion: Matti Hesse
History and humanities 6 days
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Der Gangsterboss, der das Verbrechen organisierte

Es ist der amerikanische Traum: "Lucky" Luciano arbeitet sich von ganz unten zum Boss hoch. Und erfindet das organisierte Verbrechen neu. Am 10.2.1946 muss er die USA für immer verlassen. In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog: warum Lucky Luciano als "sizilianischer Robin Hood" gilt, was ihn von Al Capone unterscheidet, wie Luciano es an die Spitze seiner Organisation schafft, warum er in der Geschichte der Mafia eine bedeutende Rolle spielt, warum er nach Italien abgeschoben wird. Erst dealt er mit Heroin, dann steigt er ins Alkohol-Geschäft ein. Schließlich kommen noch Glücksspiel und Prostitution hinzu: Lucky Luciano ist in den 1920er und frühen 1930er Jahren einer der mächtigsten Gangsterbosse New Yorks. Wie andere Mafiosi auch sieht er sich selbst weniger als Kriminellen denn als Geschäftsmann. Luciano entwirft eine völlig neue Art von Mafia-Organisation: "die Kommission", organisiert wie ein Aktienunternehmen. Doch Mitte der 1930er Jahre dreht sich der Wind in New York. Luciano wird verhaftet und zu mindestens 30 Jahren Haft verurteilt. Doch die muss er nicht in den USA absitzen. 1946 wird er nach Italien überführt. Dort ist er wenig später zwar ein freier, aber auch ein deprimierter Mann, weil er nie wieder in die USA zurückkehren kann. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Christian Cipollini, True-Crime-Historiker, San José Claire White, Historikerin, The National Mob Museum, Las Vegas Christian Cipollini: Lucky Luciano. Mysterious Tales of a Gangland Legend, Strategic Media Inc., Rock Hill 2014 Weiterführende Links: The Mob Museum: Eighty years ago, Lucky Luciano traded prison for exile Stichtag 05.12.1933: Aufhebung der Prohibition in den USA Zeitzeichen 25.01.1947: Mafia-Boss Al Capone stirbt in Miami Beach Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Martin Herzog Redaktion: Frank Zirpins
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Laut, witzig, unangepasst: Sophie Tuckers unglaubliche Karriere

Die Rolle als hübsche Frau auf der Bühne ist ihr zu wenig - schon in den 1920ern. Mit Witz, Selbstbewusstsein und einer tollen Jazz-Stimme schafft es Sophie Tucker (gestorben am 9.2.1966) aus den schäbigen Theatern bis an den Broadway. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau: warum Sophie Tuckers Karriere mit Blackfacing beginnt, wie sie es schafft, sich davon zu befreien, warum sie lange nicht vor ihren Eltern auftreten will, dass sie für ihre Karriere Mann und Kind verlässt, wie sie lange vor Social Media ein analoges Netzwerk erschafft. Sophie Tucker begeistert schon früh durch ihre Stimme. Aber sie entspricht nicht den Schönheitsidealen ihrer Zeit. Am Anfang ihrer Karriere wird sie deshalb gezwungen, verkleidet auf die Bühne zu gehen. Erst nach Jahren kann sie sich so zeigen, wie sie ist. Das Publikum liebt sie dennoch - oder gerade deswegen. Durch ihre Offenheit und ihr Selbstbewusstsein gewinnt sie auch viele prominente Freunde wie Charlie Chaplin oder Frank Sinatra. Bette Midler nimmt sie sogar als Vorbild für ihre eigenen Shows. Sie alle verehren Tucker für ihren schlagfertigen Humor, ihr großes Herz - und ihren geschickten Umgang mit den Zumutungen des Showbusiness. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Lauren Rebecca Sklaroff, University of South Carolina, Columbia Lauren Rebecca Sklaroff: Red Hot Mama - The Life of Sophie Tucker. Austin 2018 Sophie Tucker: Some of these days. The Autobiography of Sophie Tucker. New York 1945 Weiterführende Links: Zeitzeichen 06.12.1898: Gründung "Deutsche Grammophon Gesellschaft" Zeitzeichen 12.12.1915: Geburtstag von Frank Sinatra Zeitzeichen 25.12.1977: Todestag von Charlie Chaplin Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Mau Redaktion: David Rother
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"German Hair Force": Mit langem Haar im Bundeswehr-Dienst

In den 70ern will die SPD das Land modernisieren, auch die Bundeswehr. Der Haarnetz-Erlass vom 8.2.1971 erlaubt Soldaten lange Haare - allerdings nur im Netz und nur für 15 Monate. In diesem Zeitzeichen erzählt Nikolas Fischer: warum lange Haare bei der Bundeswehr erlaubt werden, welchen Orden Helmut Schmidt dafür erhält, warum das Haarnetz zu mehr Krankschreibungen führt, weshalb auch Lockenwickler im Gespräch sind, wie die Bundeswehr im Ausland verspottet wird. Ende der 1960er Jahre, mitten im Kalten Krieg, ist Abschreckung eine wichtige Eigenschaft einer Armee - auch der Bundeswehr. Lange Haare passen da nicht ins Bild. Doch die sind gerade sehr in Mode, auch bei vielen Wehrpflichtigen. Das muss auch Verteidigungsminister Helmut Schmidt anerkennen - und erlaubt, dass Haare vor Dienstantritt nicht mehr abgeschnitten werden müssen. Ganz offen dürfen lange Haare aber nicht getragen werden. Sie müssen unter Haarnetzen verborgen werden. Doch das führt zu vielen Problemen: Es gibt nicht genügend Haarnetze, Soldaten werden öfter krank und die Bundeswehr wird im Ausland als "German Hair Force" verspottet. Ab Mai 1972 muss Männerhaar wieder so geschnitten werden, dass es den Uniformkragen nicht berührt. Frauen dürfen ihre langen Haare behalten - auch ohne Haarnetz. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Kapitänleutnant Mischa Bose, Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw), Potsdam Prof. Dr. Elisabeth Rossa, Universität der Bundeswehr, München Sven Lange und Heiner Möllers (Hg.): Geschichte der Bundeswehr in 100 Objekten, Berlin 2025 Weiterführende Links: Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung: German Hair Force Das Parlament: Kapitulation vor langen Haaren Zeitzeichen 12.11.1955: Ernennung der ersten Soldaten der Bundeswehr Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Nikolas Fischer Redaktion: Carolin Rückl, David Rother
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Zu schlau fürs Fernsehen: Der Publizist Roger Willemsen

Als boulevardtauglicher Intellektueller erobert Roger Willemsen Anfang der 90er die Herzen des TV-Publikums. Er bleibt bis zu seinem Tod am 7.2.2016 eine wichtige Stimme. In diesem Zeitzeichen erzählt Anke Rebbert: welche drei Leben Roger Willemsen in seine kurzen 60 Jahre packt, mit welchen vier Zahlen sein öffentliches Leben beginnt, warum Willemsen Ende der 1990er-Jahre aus dem Talkshow-Geschäft aussteigt, wie es der Womanizer mit der Liebe hält, aus welcher besonders exotischen Idee ein Bestseller wird. Roger Willemsen hat über Robert Musil promoviert und ist eigentlich auf dem Weg zum Germanistik-Professor, als das Fernsehen in sein Leben platzt. Seine Moderationen sind legendär: Er staunt, hört zu, ist scharf und witzig zugleich und fragt wie keiner sonst. Roger Willemsen gilt als Fernseh-Wunder und wird preisgekrönt - unter anderem mit dem Grimme-Preis in Gold. Seine Produktivität kennt keine Grenzen: Er verfasst auch 36 Bücher. Darunter sind viele Bestseller. Dazu kommen Essays, Aufsätze, Artikel und unzählige Reisen zu den entlegensten Enden der Welt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Insa Wilke (Nachlassverwalterin) Insa Wilke: Der leidenschaftliche Zeitgenosse. Frankfurt am Main 2018 Roger Willemsen: Liegen Sie bequem. Frankfurt am Main 2025 Roger Willemsen: Das Hohe Haus. Frankfurt am Main 2024 Weiterführende Links: Phoenix: Alfred Schier interviewt Roger Willemsen (2010) Im Gedenken an Roger Willemsen: Youtube-Kanal mit TV- und Radiobeiträgen Roger-Willemsen-Stiftung: Angaben zur Person Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Anke Rebbert Redaktion: Frank Zirpins Technik: Sarah Fitzek
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Palast der Republik: Wie eine Abrissdebatte Deutschland spaltet

1990 wird der Palast der Republik wegen Asbest geräumt. Es folgt eine 15-jährige Debatte über deutsche Identität, die auch mit dem Abriss-Start am 6.2.2006 nicht endet. In diesem Zeitzeichen erzählt Susanne Rabsahl: dass es in der Diskussion um den Abriss um mehr als nur die Asbest-Belastung geht, warum der Abriss als beispielhaft für den Umgang mit dem Erbe der DDR bezeichnet wird, wofür der Palast der Republik bei seiner Eröffnung 1973 steht, dass Karten für das Theater im Palast als "Goldstaub" gelten. Die Räumung des Palastes der Republik bildet am 19. September 1990 den Auftakt zu einem Streit, der zeigt, dass der Umgang mit Erinnerungskultur auch über ein Gebäude ausgetragen werden kann. Spätestens mit der Wende wird der Palast zum Ballast der Republik. Der verbaute Spritzasbest ist seit 1969 verboten. Doch im Palast sind 5.000 Tonnen als Brandschutz und auch als Mörtel verwendet worden. Der gesamte Palast muss bei der Sanierung regelrecht ausgekratzt werden. Danach besteht der ehemalige Prunkbau nur noch aus Stahl, Glas und Beton. Aber auch die Tage dieser Ruine sind gezählt. Der Bundestag stimmt 2006 zum 2. Mal für den Abriss. Der Abriss läuft nach ausgeklügeltem Konzept. Kleinste Erschütterungen können umliegende Gebäude wie den Berliner Dom gefährden. Daher wird der Koloss schichtweise abgetragen. Und parallel Sand in eine Beton-Wanne unterhalb des Gebäude gefüllt. Ein Teil des Stahls wird in VW-Motoren verbaut, ein weiterer Teil steckt in dem höchsten Gebäude der Welt in Dubai. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Hartmut Dorgelow Generalintendant Humboldt Forum im Berliner Schloss Weiterführende Links: Planet Wissen: Leben in der DDR Stichtag: 29. Oktober 1976 - Vor 30 Jahren: Erich Honecker wird Staatsratsvorsitzender der DDR Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Susanne Rabsahl Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse Technik: Annette Skrzydlo
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Zeitzeugnis und hohe Tratschkunst: Marie de Sévignés Briefe

Ihre zahlreichen Briefe sind persönlich, klug, witzig und machen sie zur Chronistin Frankreichs im 17. Jahrhundert. Marie de Sévigné wird am 5.2.1626 geboren. In diesem Zeitzeichen erzählt Monika Buschey: von einer Frau, die kein größeres Vergnügen kennt als das Schreiben, über welche Trennung Madame de Sévigné sich mit dem Schreiben tröstet, was Madame de Sévigné über die Willkür des Sonnenkönigs, Ludwig XIV., schreibt, was der Schriftsteller Marcel Proust an Madame de Sévigné bewundert. Marie de Rabutin-Chantal wird am 5. Februar 1626 in Paris geboren. Nach dem frühen Tod der Eltern bildet die reiche Verwandtschaft die Waise zu einer mehrsprachigen, kulturell bewanderten jungen Frau aus. An ihrem 25. Geburtstag wird Marie de Sévigné schon Witwe und nutzt die neue Freiheit, um abwechselnd in Paris und in ihrem Schloss Les Rochers in der Bretagne Hof zu halten. In Adelskreisen ist sie eine beliebte Gesprächspartnerin. Als ihre Tochter das Haus verlässt, lässt sie diese über Briefe an ihrem Leben teilhaben. Sie berichtet vom Hof des Sonnenkönigs. Marie de Sévigné beschreibt in ihren Briefen an Verwandte und vor allem an ihre Tochter, was der Tag bringt, was sie beobachtet und welche Schlüsse sie aus Erlebnissen zieht. Auf sehr persönliche Weise wird sie zur Chronistin ihrer Zeit. Noch heute werden ihre Briefe als Zeitzeugnisse gerne gelesen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Jacob Burckhardt, Historiker Madame de Sévigné: Briefe, übersetzt von Theodora der Mühll, 2019 Gerlinde Krau: Bedeutende Französinnen, 2006 Weiterführende Links: Planet Wissen: Persönlichkeiten Ludwig XIV. - der "Sonnenkönig" Zeitzeichen: 18. November 1922 - Der Schriftsteller Marcel Proust stirbt in Paris Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Monika Buschey Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Christina Gabriel
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Die moderne Redefreiheit: Soll man alles sagen dürfen?

Das wird man ja noch sagen dürfen - finden zumindest Thomas Gordon und John Trenchard in ihrem 15. Cato-Brief, den sie am 4.2.1721 veröffentlichen. Der Beginn eines Missverständnisses. In diesem Zeitzeichen erzählt Uli Hufen: vom Platzen der Südseeblase und der darauf folgenden Finanzkrise, wie Zeitungen als neue Massenmedien eine erste Kommunikationsrevolution auslösen, vom Abwägen zwischen der Redefreiheit und ihrem Missbrauch, welchen Einfluss die Cato-Briefe auf den ersten Zusatzartikel zur US-amerikanischen Verfassung haben, wie man im Kalten Krieg in den USA beginnt, das First Amendment enger zu interpretieren. Nach der Revolution von 1688 ist England eine parlamentarische Monarchie, die Macht des Königs ist entscheidend eingeschränkt. Ideale Voraussetzungen für das Entstehen einer völlig neuen Idee: das Recht auf freie Rede. Es ist das erste Zeitalter der Zeitungen in London. Eine dieser neuen Zeitungen heißt "The London Journal". Im November 1720 erscheint hier der erste von insgesamt 144 "Cato- Briefen". Die anonymen Autoren der Kolumne nutzen den Namen eines römischen Senators, der als Kämpfer gegen die Tyrannei Julius Caesars in die Geschichte eingeht. Am 4. Februar 1721 erscheint der fünfzehnte Brief mit der zentralen Feststellung: "Die Meinungsfreiheit ist die Grundlage aller anderen Freiheiten." Die Cato-Briefe von John Trenchard und Thomas Gordon machen das London Journal zur meistgelesenen Zeitung in England. Doch ihre größte Wirkkraft erreichen die Cato-Briefe in den englischen Kolonien auf der anderen Seite des Atlantiks. Als 1776 die amerikanische Revolution ausbricht, greifen die Kolonisten auf die Cato-Briefe zurück. Aus ihnen geht 1789 das First Amendment hervor, der erste Zusatzartikel zur US-amerikanischen Verfassung. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Fara Dabhoiwala, Historiker, Princeton University CATO, oder Briefe von der Freyheit und dem Glücke eines Volkes unter einer guten Regierung. Nach der fünften Englischen Ausgabe, aus dem Englischen von Johann Gottfried Gellius, Göttingen, 1756–1757 Jonathan Swift: Über die Kunst der politischen Lüge, in: Das Blättchen, 17. Jahrgang, Nummer 22, 27. Oktober 2014 Weiterführende Links: Planet Wissen: Das antike Rom - Julius Cäsar Planet Wissen: Skandale und Presse Planet Wissen: Die deutsche Presse nach 1945 Zeitzeichen: 19.10.1745 - Todestag von Jonathan Swift Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Uli Hufen Redaktion: Frank Zirpins Technik: Jürgen Beiner
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Der Chef testet selbst: Der Autobauer August Horch

August Horch heuert zunächst bei Carl Benz an. Doch der lässt ihn keine Autos bauen. Trotzdem hat er Erfolg: Bis zu seinem Tod am 3.2.1951 gründet er zwei Automarken. In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe: warum August Horch mehr Konstrukteur als Unternehmer ist, was der Name Horch und die Automarke Audi miteinander zu tun haben, welche seiner Ideen Horch "den dümmsten Einfall" seines Lebens nennt, welcher Diktator dem Autokonstrukteur zu dessen 75. Geburtstag gratuliert, welches Holz-Fahrzeug der August Horst als Letztes baut. August Horch kommt am 12. Oktober 1868 als Sohn des Dorfschmieds von Winningen an der Mosel auf die Welt. Er studiert in Mittweida Maschinen- und Motorenbau. Bei einem Besuch der Leipziger Pferderennbahn erlebt er zum ersten Mal die Vorführung eines Motorrades. Das löst in ihm den Wunsch aus, Kraftfahrzeuge zu konstruieren. Nach einer Stippvisite bei Carl Benz setzt Horch seine eigenen Ideen um. Nicht immer hat er dabei unternehmerischen Erfolg. Doch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten macht er noch einmal Karriere. Auf Druck der NS-Führung wird er 1933 in den Aufsichtsrat der Auto-Union gewählt. August Horch ist zwar kein NSDAP-Mitglied, aber mindestens ein patriotischer Mitläufer. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird der 81-jährige Horch noch einmal in den Aufsichtsrat der neu gegründeten Auto-Union in Ingolstadt berufen. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Peter Kirchberg (Automobil-Historiker und Autor) Weiterführende Links: SWR: August Horch - Gründer von Audi MDR: August Horch erklärt - Promis der Geschichte tagesschau.de: Die Automobilgeschichte im August-Horch-Museum Zwickau Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Burkhard Hupe Redaktion: Ronald Feisel und Frank Zirpins
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Symbol imperialer Größe: die Verbotene Stadt in Peking

Am 2. Februar 1421 weiht Kaiser Yongle sein neues Machtzentrum in Peking ein. Der prachtvolle Palastkomplex wird für fast 500 Jahre Sitz der chinesischen Kaiser sein. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen: warum die Verbotene Stadt zu Kaiserzeiten für geschlechtsfähige Männer verschlossen bleibt, mit welchen Tricks es der Palast schafft, dass Menschen sich klein darin fühlen, dass das Herrschaftszentrum eines der vollkommensten Feng-Shui-Bauwerke der Welt ist, vom Wandel zum Weltkulturerbe und täglichen Touristenscharen. Die Verbotene Stadt in Peking ist eine der größten Palastanlagen der Welt. Äußerlich ein Prachtbau, kann sie für die, die in ihr leben müssen, auch zu einem Gefängnis werden. Errichtet wird sie innerhalb von 14 Jahren von mehr als einer Million Arbeitern und 100.000 Handwerkern. Am 2. Februar 1421 weiht Kaiser Yongle die Verbotene Stadt als Herrschaftszentrum ein. Damals heißt sie noch schlicht "Kaiserpalast". Doch lange kann er sein beeindruckendes Machtzentrum nicht nutzen. Nur dreieinhalb Jahre nach der Einweihung stirbt Kaiser Yongle während eines Kampfes gegen die Mongolen. Nach ihm werden noch dreiundzwanzig weitere Kaiser die Palastanlage bewohnen, bis die Revolution 1911 die Monarchie in China beendet. Dann ist es auch "Normalsterblichen" möglich, in die Verbotene Stadt vorzudringen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Eduard Kögel, Bauhistoriker aus Berlin Geo Epoche Nr. 93: "Das kaiserliche China" Geo Epoche Nr. 31: "China - Kaiserzeit und Kommunismus: Die Geschichte einer Großmacht von 221 v. Chr. bis heute" Pearl S. Buck: Das Mädchen Orchidee, Zürich 2025 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 25.02.1850 - Chinas Kaiser Daoguang stirbt in Beijing Zeitzeichen: 24. Juni 1398 - Der erste Ming-Kaiser Hongwu stirbt Zeitzeichen: 13.11.1908 - Pu Yi wird zum Kaiser von China bestimmt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Klasen Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak Technik: Christina Gabriel
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Rotes Kreuz: Leben retten zwischen Waffen

Als am 1.2.1871 französische Soldaten in der Schweiz Zuflucht suchen, beginnt die erste Bewährungsprobe des Roten Kreuzes: Ist im Krieg Hilfe für alle möglich? In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer: wie der Schweizer Kaufmann Henri Dunant zum "Vater des Roten Kreuzes" wird, warum das Logo ein rotes Kreuz auf weißem Grund ist, was in den Kriegen des 19. Jahrhunderts wertvoller ist als ein Soldat, vom Stellenwert der Frauen in der Hilfsgesellschaft. Der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich von 1870/71 ist historisch der erste bewaffnete Konflikt, in dem die Genfer Konvention befolgt wird. Die besagt unter anderem, dass alle Verwundeten mit Menschlichkeit behandelt werden sollen. So finden am 1. Februar 1871 knapp 90.000 französische Soldaten der Bourbaki-Armee Zuflucht in der Schweiz. Für das Land ist es die bis dahin größte Flüchtlingsaufnahme seiner Geschichte. In vielen Gemeinden wird alles, was ein Dach hat, als Notunterkunft genutzt. An die 5.000 Soldaten müssen medizinisch behandelt werden. Das gerade einmal acht Jahre alte Rote Kreuz bildet das Rückgrat dieser Großaktion - die erste große Bewährungsprobe, die ein voller Erfolg wird. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Andrea Brinckmann, Universität Hamburg, Historikergenossenschaft Christina Wildenauer, Gabriele Rössler: Menschlichkeit im Sozialmarkt. Die Grundsätze des Roten Kreuzes. Wiesbaden 2007 Kurt W. Böhme: Gesucht wird … - Die dramatische Geschichte des Suchdienstes. München 1970 Andrea Brinckmann: Beständig im Wandel. Die Geschichte des Roten Kreuzes in Hamburg 1864-1990. Hamburg 2014 Weiterführende Links: WDR Retro: Jubiläum - 100 Jahre Deutsches Rotes Kreuz Stichtag: 8. Mai 1828 - Geburtstag von Rot-Kreuz-Gründer Henri Dunant Stichtag: 26. Oktober 1863 - Konferenz zur Gründung des Roten Kreuzes beginnt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Wolfgang Meyer Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak
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Grönland - Objekt der Begierde: Von Hans Egede bis Donald Trump

Hans Egede (geb. 31.1.1686) will dort Wikinger missionieren - es kommt anders: Grönland erlebt Jahrhunderte der Fremdbestimmung - bis heute mit dem US-Anspruch unter Trump. In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger: wie Egede statt vom "täglichen Brot" vom "täglichen Seehund" predigt, warum das Christentum auch Seuchen ins Land bringt, warum sich Donald Trump im Kampf um Grönland auf dünnes Eis begibt, wie ausgerechnet Trumps Pläne dafür sorgen, dass Dänemark Grönland endlich ernst nimmt. Hans Egede wird auch der Apostel der Grönländer genannt. Denn der am 31. Januar 1686 in Norwegen geborene Pastor leitet die protestantische Missionierung und europäische Kolonisierung Grönlands ein. Im 18. Jahrhundert reist Egede in diese kalte Gegend, um Grönlands "verschollene Wikinger" zu suchen. Doch statt christlichen Siedlern findet er "nur heidnische" Inuit, die an eine beseelte Natur, an Geister und an das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur glauben. Die Missionierung verfolgt Egede mit Eifer und Härte - und wenn nötig auch mit Zwangstaufen. Er baut eine Kirche und gründet eine Siedlung, aus der später die grönländische Hauptstadt Nuuk hervorgeht. Seit 1922 steht dort auf einer Anhöhe ein Denkmal des Missionars. Doch seine Rolle in der grönländischen Geschichte wird mittlerweile kritisch gesehen. So wird im Sommer 2020 Egedes Statue mit roter Farbe beschmiert. Samt der Parole: "Decolonize!" Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Ebbe Volquardsen, Politik- und Kulturwissenschaftler Joachim Grage, Skandinavist an der Uni Freiburg Joachim Grage: Die zweite Landnahme - Hans Egede und die dänische Kolonialisierung Grönlands im 18.Jahrhundert. Im Sammelband: "Land in Sicht". Berlin 2021 Ebbe Volquardsen: Der Kampf um Grönland - Versöhnung als Geopolitik. In: Blätter für deutsche und internationale Politik (1/2026) Weiterführende Links: Deutschlandfunk - Der Rest ist Geschichte: Wem gehört Grönland? Zeitzeichen 03.07.1721 - Hans Egede landet auf Grönland Dänischer Politiker im Interview: "Trump kennt die Grönländer nicht" Stichtag: 10. Oktober 1861 - Geburtstag des Polarforschers Fridtjof Nansen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ralph Erdenberger Redaktion: Matti Hesse
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Grönland - Objekt der Begierde: Von Hans Egede bis Donald Trump

Hans Egede (geb. 31.1.1686) will dort Wikinger missionieren - es kommt anders: Grönland erlebt Jahrhunderte der Fremdbestimmung - bis heute mit dem US-Anspruch unter Trump. In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger: wie Egede statt vom "täglichen Brot" vom "täglichen Seehund" predigt, warum das Christentum auch Seuchen ins Land bringt, warum sich Donald Trump im Kampf um Grönland auf dünnes Eis begibt, wie ausgerechnet Trumps Pläne dafür sorgen, dass Dänemark Grönland endlich ernst nimmt. Hans Egede wird auch der Apostel der Grönländer genannt. Denn der am 31. Januar 1686 in Norwegen geborene Pastor leitet die protestantische Missionierung und europäische Kolonisierung Grönlands ein. Im 18. Jahrhundert reist Egede in diese kalte Gegend, um Grönlands "verschollene Wikinger" zu suchen. Doch statt christlichen Siedlern findet er "nur heidnische" Inuit, die an eine beseelte Natur, an Geister und an das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur glauben. Die Missionierung verfolgt Egede mit Eifer und Härte - und wenn nötig auch mit Zwangstaufen. Er baut eine Kirche und gründet eine Siedlung, aus der später die grönländische Hauptstadt Nuuk hervorgeht. Seit 1922 steht dort auf einer Anhöhe ein Denkmal des Missionars. Doch seine Rolle in der grönländischen Geschichte wird mittlerweile kritisch gesehen. So wird im Sommer 2020 Egedes Statue mit roter Farbe beschmiert. Samt der Parole: "Decolonize!" Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Ebbe Volquardsen, Politik- und Kulturwissenschaftler Joachim Grage, Skandinavist an der Uni Freiburg Joachim Grage: Die zweite Landnahme - Hans Egede und die dänische Kolonialisierung Grönlands im 18.Jahrhundert. Im Sammelband: "Land in Sicht". Berlin 2021 Ebbe Volquardsen: Der Kampf um Grönland - Versöhnung als Geopolitik. In: Blätter für deutsche und internationale Politik (1/2026) Weiterführende Links: Deutschlandfunk - Der Rest ist Geschichte: Wem gehört Grönland? Zeitzeichen 03.07.1721 - Hans Egede landet auf Grönland Dänischer Politiker im Interview: "Trump kennt die Grönländer nicht" Stichtag: 10. Oktober 1861 - Geburtstag des Polarforschers Fridtjof Nansen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ralph Erdenberger Redaktion: Matti Hesse
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Wie eine Bombe Martin Luther King zur Gewaltfreiheit motiviert

Am 30.1.1956 explodiert eine Bombe vor Kings Familienhaus. Statt einzuschüchtern, wird der Anschlag zum Wendepunkt für den gewaltfreien Widerstand der Bürgerrechtsbewegung. In diesem Zeitzeichen erzählt Jonas Colsman: wie nicht nur der Ku-Klux-Klan mit Terror und Einschüchterung die Rassentrennung sichern will, von Rosa Parks und dem Busboykott von Montgomery, wie gewaltfreier Massenprotest das Machtgefüge in den USA erschüttert, wie Kings Frau ihren Mann trotz aller Drohungen unterstützt. Im Montgomery der 1960er Jahre sind explodierende Bomben keine Seltenheit. Der Süden der USA ist ein Hotspot politisch motivierter Gewalt gegen die Schwarze Bevölkerung. In der Nacht des 30. Januar 1956 trifft es das Haus von Martin Luther King. Er selbst ist zu dem Zeitpunkt auf einer Kirchenversammlung. Seine Frau und das wenige Wochen alte Baby sind zu Hause - beide bleiben aber unverletzt. Die Attentäter werden nie gefasst. Der Anschlag auf Kings Haus soll Angst verbreiten. Stattdessen entsteht aus ihm ein öffentliches Versprechen zur Gewaltfreiheit. Tausende Schwarze folgen Kings Forderung: "Greift nicht zu den Waffen. Wir müssen Hass mit Liebe begegnen." Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Britta Waldschmidt-Nelson, Autorin und Historikerin Tahir Della, Sprecher der "Initiative Schwarze Menschen in Deutschland" Jonathan Eig: Martin Luther King. Ein Leben. München 2024 Weiterführende Links: Zeitzeichen 4.4.1968: Todestag von Martin Luther King Zeitzeichen 28.8.1963: "I have a dream" - Martin Luther Kings berühmte Vision Zeitzeichen 2.3.1955: Vor Rosa Parks gegen Rassentrennung im Bus - Claudette Colvin Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Jonas Colsman Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse Technik: Sascha Schiemann
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